Sommer 2008 Languedoc-Roussillon und Katalonien

Wie immer begann für mich die Tour schon Wochen vor Antritt der Fahrt, mit den Recherchen im Internet, wo die anderen WoMo-Fahrer sich in dieser Gegend herumgetrieben haben. Hier noch einmal Danke an alle, die fleißig gute Reiseberichte über ihre Touren verfassen – ihr wart uns Mal wieder eine große Hilfe.

Freitagnachmittag den 08. August ging es dann erst einmal nach Durbach im Schwarzwald, wo wir unsere Besten Freunde Manuela und Ralf getroffen haben. Samstag fuhren wir dann bis Viviers. Der Stellplatz in Viviers befindet sich hinter einem kleinen Restaurant bei der Schiffsanlegestelle an der Rhone. Das Dorf ist nur ein paar 100 Meter entfernt und wir erlebten ein lebhaftes Viviers.

Am Sonntag den 10. August fuhren wir zur Pont du Gard in der Nähe von Remoulins. Auf dem Weg dorthin halten wir aber erst einmal die alte Papststadt Avignon, um die Stadt und den Papstpalast zu besuchen. Die charmante Altstadt von Avignon mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben. Die Altstadt mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert und der berühmten Brücke Pont St. Bénézet zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die weltberühmten Pont du Gard (Marco Polo Languedoc Roussillon S. 47). Wow – was für ein Anblick! Das Teil, das wir bisher nur von Bildern kannten, ist wahrhaft imposant.

Die Pont du Gard ist eine römische Aquäduktbrücke von beeindruckender Höhe und beinhaltet einen der am besten erhaltenen Wasserkanäle aus der Römerzeit in Frankreich. Sie zählt zu den wichtigsten erhalten gebliebenen römischen Brückenbauwerken der Welt und ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.

Da es durch das baden schon sehr spät ist, beschließen wir auf dem Stellplatz in Remoulins zu Übernachten. Nach dem Frühstück geht es weiter nach Le Grau-du Roi – einer kleinen Hafenstadt, in deren Nähe der größten Yachthafen Europas liegt. In Le Grau-du-Roi kann man für 10 € auf dem Parkplatz direkt hinter den Sanddünen am Plage de l'Espiguette übernachten. Nach einem schönen ruhigen Nahmittag am Strand und einem anschließenden gemütlichen Bummel durch die Stadt führen wir am Dienstag den 12. weiter nach Aigues-Mortes.

Dies ist wirklich mal eine wirklich schöne Stadt. Die gesamte Stadt ist durch eine gut erhaltene Stadtmauer umsäumt. Wir stellen das Wohnmobil auf einem Stellplatzdirekt an der Stadtmauer ab und besichtigen die Stadt. Im Inneren verlaufen viele kleine Gassen mit schönen Lädchen und Boutiquen.

Saint-Pierre la Mer mit Zwei Tage Ruhe und Strand – zudem war die kurze Zwangspause auch wegen Elmars Fuß

St. Pierre la Mer ist ein Ferienort in Südfrankreich am Mittelmeer. Die langen und sehr flachen breiten Strände des Langudoc-Roussillon machen diesen Teil des Départements Aude zu einer der beliebtesten Ferienregionen in Südfrankreich. Auf der D117 geht es weiter, vorbei an endlosen Weinbergen, bis nach Maury. Dort fahren wir links den Berg hoch. Bereits nach kurzer Zeit entdecken wir die erste Katharerburg, von denen es hier zahlreiche gibt.

In Duilhac-sous-Peyrepertuse, unserem Domizil für diese Nacht, fahren wir auf einen neuen großen Stellplatz. Ver- und Entsorgungsmöglichkeit WC-Anlage alles vorhanden. Wir unternehmen eine kleine Rundwanderung durch den Ort.

Peyrepertuse ist mit einer Gesamtfläche von 7000 m² die größte französische Festungsanlage der Katharer. Sie befindet sich auf einem Felsen in 800 m Höhe in der Region Languedoc-Roussillon auf dem Gebiet von Duilhac-sous-Peyrepertuse. Von weitem ist die Burg nur schwer auszumachen. Fasst unsichtbar scheint sie auf dem Fels zu kleben. Vom Stellplatz aus führt eine gut ausgebaute Strasse bis kurz unter die Burg. Wir sind diese Straße weitergefahren bis – ja bis zur letzten Kurve vor der Burg. Diese war so von PKWs zugeparkt, dass wir diese letzte Kehre nicht durchfahren konnten. Nach einem abenteuerlichen Wendemanöver, fuhren wir zurück auf den Stellplatz in Duilhac und verbrachten eine ruhige Nacht.

Nun geht es weiter nach Labouiche wo wir den ‚Rivière souterraine’, eine befahrbare Wassergrotte besichtigen wollen. Als wir am Ziel ankommen, können wir direkt das Billet lösen und zum Eingang gehen. Die erste Führung beginnt um 09.30 Uhr, Preis 8 Euro p. P.

Wir besteigen ein Boot und der ‚Guide’ zieht die Barke an Seilen durch das Höhlensystem. Bewundernswert mit welcher Leichtigkeit der Führer das schwere Blechboot durch die Höhlengänge zieht. Leider ist unser Französisch nicht gerade das Beste. Nun, wir sind ja wegen der Tropfstein-Wunderwelt gekommen welche wirklich einmalig ist. Nach etwa einer halben Stunde durch enge Höhlen erreichen wir einen Wasserfall und müssen noch weitere Treppen hinabsteigen. Nun befinden wir uns ca. 60 Meter unter der Erde und besteigen ein anderes Boot. Es geht weiter in der Unterwelt. Ein Stück sogar ohne Licht. So stockdunkel entsteht schon ein mulmiges Gefühl. Immer wieder ruft der Führer, man müsse den Kopf einziehen und sich ducken. Es ist wirklich sehr eng. Nach ca. fünf Minuten ist der Spuck vorbei. Leute mit Platzangst bleiben besser draußen. Nach 50 Minuten erblicken wir wieder das Tageslicht und dürfen nun über ein kurzes Wegstück zurück zum Parkplatz laufen.

Danach geht es über Foix direkt zur ‚Grotte de Niaux’. Es handelt sich dabei um ein weitverzweigtes Höhlensystem, das durch einen einstmals existierenden unterirdischen Wasserlauf in den Kalkstein ‚eingebohrt’ wurde. In diesem System befinden sich zahlreiche Höhlenzeichnungen, u.a. mit Darstellungen von Wisenten, Pferden und Steinböcken sowie bislang unverstandene Gruppen von Punkten und Strichen aus dem Paläolithikum. Leider konnten wir die Höhle nicht besuchen, da man sich rund vier Tage vorher anmelden muss.

So fuhren wir direkt weiter zur Fontestorbes kurz vor Bélesta. Dabei handelt es sich um eine pulsierende Quelle – ein faszinierendes Schauspiel!

Nach ausgiebigem Begutachten dieses Schauspiels fuhren wir nach Ax-les-Thermes. Ein wirklich schönes Städtchen mit einer heißen Quelle, in der wir unsere Füße reichlich badeten. Da der Stellplatz in Ax-les-Thermes nicht wirklich zum übernachten einlud, beschlossen wir noch bis Pas de la Casa in Andorra zu fahren. Und es war die richtige Entscheidung.

Als wir in Pas de la Casa ankamen, blieb uns nur noch die Zeit für einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. Selbst dieser kurze Gang durch die Stadt hat uns gezeigt, dass dies nicht unbedingt ein Ort zum längeren Verweilen ist. Am nächsten Tag, starteten wir unsren Einkaufsbummel durch die Steueroase. Doch ganz ehrlich – wir waren enttäuscht. Bis auf Tabakwaren und Spirituosen ist hier nicht wirklich etwas billiger als in Deutschland.

Danach ging es über den höchsten befahrbaren Pass in den Pyrenäen, dem ‚Port d’ Envalira’, durch Andorra bis nach La Seu d’Urgell. Aufmerksam wurden wir auf diese Stadt durch die Ausführungen in den Reiseführern zu Andorra und dessen Staatsoberhäuptern. Das eine Staatsoberhaupt ist heute der französische Präsident und zum Anderen die Bischof von La Seu d’Urgell. Der Bischof regiert bis heute als einer der beiden Co-Fürsten über den Bergstaat Andorra. Ein vergleichbares weltliches Mandat hat außer ihm wohl nur der Papst in der Vatikanstadt. 1992 wurden in La Seu d’Urgell im Rahmen der Olympischen Sommerspiele von Barcelona die Kanuwettkämpfe im Slalom ausgetragen.

Nach einem kurzen Badestopp mit Wasserschlange und einer längeren Diskussion wo wir denn diese Nacht stehen, führen wir dann doch noch bis nach Ripoll. Höhepunkt der Stadt ist die Klosterkirche ‚Santa Maria de Ripoll’. Sie ist ein wegweisendes romanisches Bauwerk, von dem aber nur der Kreuzgang original erhalten ist. Die heutige Kirche ist weitgehend das Ergebnis einer Restaurierung am Ende des 19. Jahrhunderts.

Nach dem der vergangene Tag an Kurvenfahrt nicht zu überbieten sein sollte, startete auch der neue Tag mit einer Strecke, die reichlich Lenkradarbeit verlangte. Das erste Ziel an diesem Tag war Figueres. Der bekannteste Bürger der Stadt war der Surrealist und Maler Salvador Dalí. Das von Dalí zum Museum umgebaute Stadttheater Teatro Museo Salvador Dalí mit dem Turm Gorgot an der alten Stadtmauer ist eins der best besuchten Museen Spaniens. Zum übernachten führen wir nach Empuriabrava, el Masnou.

Die nächste Station, an der wir drei Tage Bade- und Erholungsaufenthalt hatten, war der Campingplatz L'amfora bei Sant Pere Pescador, Nach diesem kurzem Stillstand ging es dann zurück nach Frankreich.
Aber nicht ohne die griechischen Ausgrabungen direkt neben Sant Pere Pescador zu besichtigen. Die Fahrt nach Frankreich legten wir über die Halbinsel zurück – Fazit sehr sehenswert und anstrengend, da sich die Küstenstraße wieder in kleinen Serpentinen an den Küstenhängen entlang schlängelt! Doch am Abend hatten wir glücklich Collioure erreicht.

Collioure – Sofort sind wir von der Schönheit der Stadt begeistert. Es gibt hier eine Festung und einen schönen Turm, schöne kleine Läden, nicht zu viele Touristen und vertäute Fischerboote. Überall in der Stadt sehen wir Maler - Matthies hat hier eine ganze Weile gelebt - und jeder arbeitet in einem anderen Stil. Für uns ist jetzt schon klar: Collioure wird wohl auf Ewig eine der schönsten Städte in unserer Erinnerung bleiben. Nach der Stadtbesichtigung geht es weiter nach Lucate.

Lucate Plage Hier gibt es einen Womo-Stellplatz direkt am Etang Leucate unweit des Ortes. Wir fahren jedoch zunächst einmal nach Leucate hinein, durchqueren den Ort und gelangen nach Leucate-Plage (immer wieder als Bademöglichkeit empfohlen). Hier entdecken wir einen weiteren offiziellen Womo-Stellplatz, der den Vorteil hat, direkt am Strand zu liegen. Es ist ein ausgeschilderter Platz, mit guter VE. Nach zwei Tagen ging es dann weiter nach Carcassone.

Unser Ziel hier ist natürlich die berühmte Festungsanlage La Cité, die größte in Europa. Wir folgen den Hinweisschildern, und plötzlich liegt die Anlage in ihrer ganzen Pracht vor uns. Sieht schon klasse aus. An der Festung angekommen folgen wir den Hinweisschildern zu dem Parkplatz, der für Wohnmobile vorgesehen ist. Für 10 € Parkgebühr darf man hier auch übernachten. Unser Glück ist es, das es schon nach 17:00 Uhr ist, und so der Platz noch nicht ganz gefüllt ist. Wir suchen uns ein Plätzchen für die Nacht und begeben uns auf einen Bummel durch La Cité.

Die von einer doppelten Ringmauer umgebene Oberstadt von Carcassonne ist ein großartiges Beispiel für eine befestigte mittelalterliche Stadt in Europa. Einige Bauten stammen aus dem 5. Jahrhundert, der Ära der Westgoten, andere aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Sehenswert sind die Burg aus dem 12. Jahrhundert und die Kirche Saint-Nazaire (11.-14. Jahrhundert).

Wir spazieren hinauf zum Haupttor und sind beeindruckt – nicht nur von der Stadt, sondern auch von der Vorstellung, wie unvorstellbar die Besuchermassen hier zur Hauptreisezeit sein müssen. Insofern sind wir noch gut dran, denn wir sind zur richtigen Jahreszeit (Nebensaison) und richtigen Uhrzeit (abends) hier. In unserem Fazit sind wir uns einig: wenn man Carcassonne und La Cité nicht gesehen hat, hat man etwas verpasst. Nach dem ausgiebigen Bummel und vielen Fotos geht es zurück zum WoMo. Am kommenden Tag besichtigen wir noch die Burg, da diese am Vorabend bereits geschlossen hatte. Nach der Rückkehr zum WoMo wollten wir eigentlich abspülen. Doch als wir sahen, was für ein Chaos und Gedränge auf dem Stellplatz herrschte, ergriffen wir nur noch die Flucht – die Reisebusse waren eingetroffen!

Wir fuhren auf den Stellplatz nach Trèbes, um ganz in Ruhe am ‚Canal du Midi’ unser Mittagessen einzunehmen. Diesen Stellplatz können wir sehr empfehlen. Eigentlich müsste man Stellstrasse sagen, da es eine Sackgasse ist welche dem Kanal entlang führt und alle Womos in Einerkolonne hintereinander stehen. Letztlich wollten wir unser Nachtlager in Trébes aufzuschlagen. Doch angesichts der Uhrzeit fahren wir nach einer Schleusenbesichtigung direkt weiter nach Narbone Plage.

Stellplatz bei Narbonne Plage an der ‚Les Lagunes du Soleil’. Wir bezahlen 7,- Euro für die Übernachtung und parken unser Womo. Es hat hier eine Ver- und Entsorgungsstation, sowie 3 Toiletten und 3 Duschen (gratis). Einfach, aber brauchbar. Von hier aus ging es nach zwei Tagen Standzeit wieder Richtung Heimat und der erste Stopp war das Viaduc de Millau.
Das Viaduc de Millau, eingeweiht im Dezember 2004 überspannt das Tal des Tarn. Es ist die höchste und längste Schrägseilbrücke der Welt!

Wir fuhren an diesem Tag noch weiter bis Saint-Flour, einem kleinen aber wunderschönen Städtchen mit Ober- und Unterstadt. Nach einem Spaziergang durch die Unterstadt war es dann auch genug. Der neue Tag wurde dann genutzt um auch noch die wunderschöne Oberstadt zu besuchen. Danach folgte ein reiner Fahrtag und wir kamen bis Baume les Dame. Auch hier wieder einmal ein wunderschöner Stellplatz. Doch wie sollte es auch anders sein – rammel voll, wie wir in Franken sagen. So blieb uns nichts anders übrig als vor den Stellplatz auf dem Parkstreifen zu übernachten. Was allerdings durch die abgelegene Ecke überhaupt kein Problem war. Nach einem ausgiebigen Rundgang ging wir z Bett und fuhren am nächsten Tag bis Sasbachwalden. Hier trafen wir nach drei Wochen wieder auf Manu und Ralf.