Sommer 2009 - Süditalien in drei Wochen
Toskana, Kampanien, Kalabrien, Basilikata, Apulien, Abruzzen und Marken

4.367 Kilometer – Verbrauch 11,9 Liter
Temperaturen bis über 40 Grad Celsius
08. August – 30. August 2009

Um es gleich vorweg zu sagen: Süd-Italien in der Hauptsaison war keine gute Entscheidung, denn die Temperaturen pendelten stetig um die 40°C. Was so manche Besichtung zur Tortour machte. Was uns allerdings wirklich gestört hat und uns in Erinnerung bleibt ist der Müll, der überall herum liegt. Die schönsten Stellen, Strände und auch Städte sind vermüllt – wie kann man nur seine Umwelt so verschmutzen?

 

Am Samstag den 08. August ging es am späten Nachmittag noch bis Frasdorf wo wir unsere Freunde Manuela und Ralf getroffen haben und einen wunderschönen Abend verbrachten. Am Sonntagmorgen fuhren wir nach dem gemeinsamen Frühstück bis Montepultiano – in einem Rutsch.

 

Montepulciano - Da wir schon auf unserer Toskana-Tour hier waren, wussten wir genau was uns schönes erwartet. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt und einer Weinprobe kamen wir gut gelaunt und um einige Flaschen Wein reicher, wieder am WoMo an.

 

Am nächsten Tag fuhren wir nach dem Frühstück bis nach Pompeji - nur durch eine Pause unterbrochen. Die Kinder haben super mitgemacht und zwei Filme angesehen. Nach der Ankunft in Pompeji und dem Bezug des STP CITTA’ DI POMPEI ging es zu Fuß in die Stadt um den Eingang zu den Ausgrabungsstätten zu finden. War nicht wirklich schwierig nach der Beschreibung der Stellplatz-Betreiberin.

 

Am neuen Tag drehte sich alles um das alte Pompeji. Nachdem wir den Andrang an der Pforte  - bestehenden aus drei Parteien vor uns - hinter uns brachten, starten wir mit dem uns an der Kasse in die Hände gedrückten Plan Pompejis unsere Entdeckertour. Kreuz und quer geht es durch die Gassen der fast 2000 Jahre alten Stadt. Man kann sich so richtig in das Alltagsleben der Bevölkerung zurückversetzen. In den schmalen verwinkelten Gassen herrscht kaum Luftbewegung. Temperaturen über 40 °C lassen uns in sengender Mittagshitze schmoren.

 

Montepulciano Pompei
Pompei Vesus

Am kommenden Tag ging es gleich nach dem Frühstück von Pompeji aus auf den Vesuv. Um kurz vor neun waren wir auf dem Besucherparkplatz. Gerade rechtzeitig um den Reisebussen - sowohl bei der Auffahrt als auch an der Kasse - zu vor zu kommen.

Ein wenig beklemmend ist der Blick in den 230 Meter tiefen Krater schon, der beim letzten Ausbruch 1944 noch 250 Millionen Kubikmeter Lava ausgespien hatte. Der Superpanoramablick auf den Golf von Neapel war ein besonderes Erlebnis. Nach eine Wanderung um den Krater führen wir noch nach Herculaneum (heute Ercolano) um auch diese nur zum Teil ausgegrabene Stadt, aber wesentlich besser erhalten, zu besichtigen. In jedem Reiseführer steht, das diese Stadt beeindruckender ist als Pompeji und wir können den Reiseführer nur recht geben.

Nach der ausführlichen Besichtigung in brütender Hitze trieb uns der Vorwertsdrang noch bis Peastum.

 

Eigentlich wollten wir in Peastum die drei Griechischen Tempel besichtigen. Aber zum Einen war der Stellplatz voll und zum Anderen haben sich die Kinder gegen noch mehr altes Zeug gewährt. Hier stehen drei überaus gut erhaltene Tempel aus der Zeit von 600 vor Christus. Das ist schon sehr beeindruckend, zumal wir uns nicht vorstellen können, dass unsere Generation irgendetwas baut, dass sich unsere Nachfahren noch in 2600 Jahren anschauen können.

So führen wir einigen Kilometer weiter auf einen sehr schönen, aber engen Sosta Camper.

Auf dem Sosta Camper angekommen und eingeparkt, ging es sofort ans Meer und wir tobten einige Zeit ausgelassen das erste Mal im Meer. Eigentlich wollten wir hier zwei Tage stehen und das Meer und den Strand genießen - doch am zweiten Tag stellten wir verdutzt fest, das wir den Strand nur gegen 10€ Aufpreis (der Stellplatz kostete ja schon 27€) benutzen dürfen oder an den freien Strand wechseln müssen. So verließen wir fluchtartig den Platz verlassen, da wir ab 12 Uhr den zweiten Tag hätten bezahlen müssen.

 

Cirella Cirella

Tropea

Dann ging es weiter bis in die Höhe von Cirella auf den Sosta Camper Il Tritone (http://www.lidoiltritone.it/ Tirrenic Coast, S.S. 18 km 269/VI, Cirella di Diamante, 200 mt far from the town, Mobile: (+39) 328 5937984, info@lidoiltritone.it), ein wirklich toller Stellplatz, aber an der Straße. Leider war es kein Sand- sondern schwarzer Kieselstrand und man glaubt ja gar nicht, wie heißt dieser werden kann.

Gleich hier angemerkt – diese zwei zuletzt genannten Stellplätze waren die Schönsten und wir habe es leider erst am Ende der Reise bemerkt.

 

Nach Zwei Tagen ging es weiter bis ans Capo Vatikano dem landschaftlichen Höhepunkt dieser Gegend, wo wir die im WoMo Buch beschriebene Wanderung ablaufen wollten.

Wir parkten unser Womo am Leuchtturm und genossen auf unserer Wanderung - die ehr als kleiner Rundgang zu bezeichnen ist - die spektakulären Ausblicke auf das Capo Vaticano. Es ist wirklich traumhaft schön.

 

Danach führen wir nach Tropea, das unser Reiseführer nicht zu unrecht als eines der schönsten in Kalabrien preist. Es war die Hölle auf Erden, was das Fahren angeht. Denn wir sind natürlich, trotz aller Warnungen im WoMo Führer, in die Stadt gefahren. Erstaunlich durch welche engen Straßen und Windungen man mit einem 7 Meter Fahrzeug kommt. Alleine schon die Lage hoch oben auf den Felsen ist äußerst spektakulär. Von dort oben bietet sich uns ein grandioser Blick auf die Kirche Santa Maria del’Isola und die Strände rechts und links davon. Auch unser Womo können wir aus der Vogelperspektive betrachten. Tropea erweist sich wirklich als schmuckes kleines Städtchen

Zum schlafen fuhren wir noch bis Briatico in der Via Marina an einen alten byzantinischen Wachturm. Auch endete der Tag wieder mit baden im Meer und einem anschließenden leckeren Abendessen.

 

Briatico

BriaticoUnser Stellplatz in Briatico Briatico

Der neue Tag, war ein reiner Fahrtag um vom alten byzantinischen Wachturm bei Briatico nach Botricello - kurz vor Le Castella - an der Fußsohle zu kommen. Die Fahrt war nur durch einen Einkaufstrip bei Carrefour unterbrochen. Dort standen wir in der Via Alcide De Gasperi, direkt am Strand. Die schmale Straße endet nach ca. 500 m an einem kleinen Wäldchen direkt am Strand. Womo-Schulz beschreibt diesen freien Stellplatz als „Traum“ und hat hier sogar zwei Nächte verbracht. Uns präsentiert sich hier ein ziemlich vermüllter Strand. Ein traumhaftes Plätzchen stellen wir uns doch ein wenig anders vor. Dennoch verbringen wir hier gemeinsam mit einem anderen deutschen Womo, die ebenfalls über Schulz hierher gefunden haben, eine ungestörte Nacht direkt am Strand.

 

Le Castella - Es gibt einen sehr gepflegten Hafen, das große aragonische Kastell, dass dem Ort seinen Namen gegeben hat, zwei Supermärkte, einen Bankomaten, viele Gaststätten und Gelaterien, einige Geschäfte mit hiesigen Spezialitäten, Keramiken, üblichen Kitsch sowie aller möglichen Bekleidungen.

Nach der Stadtbesichtigung fuhren wir noch bis in die Nähe des Capo Trionto bei Solfara, zum Übernachten. Eigentlich wollte wir nach der Ankunft und dem Besichtigen von STP und Strand spontan zwei Tage bleiben. Doch die erste Nacht wurde zur Tortour. Bis 1:30 schallte die Musik von der angrenzenden Strandbar zu laut zu uns, dass unser Loui erzitterte. Bereits in dieser schlaflosen Nacht beschlossen wir den STP nach dem Frühstück wieder zu verlassen.

 

Der nächste Tag begann mit der Besichtigung der Lakritzfabrik von Familie Amarelli in Rossano. Bereits seit 1731 raspelt Familie Amarelli Süßholz und macht daraus Lakritz und Likör. Die Besichtigung des Museums war toll, denn die Führung war auch in deutsch. Leider konnten wir durch den Betriebsurlaub die Fabrikation nicht besichtigen.

Weiterfahrt bis Marina di Ginosa zum übernachten.

 

Nach einem tollen Frühstück ging es weiter ins Landesinnere nach Matera, wo wir die faszinierenden Höhlenwohnungen, die SASSI besichtigen. Einfach super, diese zum Weltkulturerbe gehörende Stadt.

Weiter ging es zur 20 Meter hohen Karst Grotte di Putignano, in der sich diverse Stalagmiten, Stalagtiten, Calcit und Aragonit in verschiedenen Formen und Farben befindet. Die Grotte wurde 1931 durch Zufall entdeckt und ist heute für Touristen in kleinen Gruppen zugänglich. Ein wirkliches Highlight auf dieser Tour!

Zum Übernachten ging es dann auf den Parkplatz der Castellana Grotte in Castellana Grotte, Via Vito Matarrese.

 

Der neue Tag begann mit der großen Führung (Dauer 2 Stunden, Länge 3 km) durch die Castellana Grotte Die Höhle wurde am 23. Januar 1938 von Franco Anelli entdeckt. Die Höhle kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Es gibt zwei verschiedene Führungen, eine ist etwa einen Kilometer lang, die andere etwa 2 Kilometer. Der Besuch beginnt immer in der Grave, einer Höhle mit einer Tiefe von 60 m einer Breite von 100 m und einer Höhe von 100 m. Der zweite Weg führt bis in die weiße Grotte, die Tropfsteine haben hier die Farbe von Alabaster. Der zweite Weg ist nur einer begrenzten Anzahl von Besuchern zugänglich, da die Höhle keine natürliche Lüftung hat.

Nach dem Mittagessen ging es nach Alberobello um  die Trulli (UNESCO-Weltkulturerbe) zu besichtigen. SEHENSWERT ist noch untertrieben. Einfach toll, diese als Trulli bezeichneten Häuser.

Nach einer heißen manövrier Aktion, standen wir wie in einer Sardinen-Dose auf dem Stellplatz von Alberobello. Dieser machte einen gepflegten Eindruck, liegt ca. 5 min vom touristischem Zentrum entfernt und kostet 18 € für 24 Stunden. Ziemlich teuer aber sehr günstig gelegen.

 

Matera_Sassi

Castelana di Grotte

Alberobello

Am nächsten Tag besichtigten wir Trani. Die Hoch- und Blütezeit Tranis lag in der Zeit der Kreuzzüge im 12. und 13. Jahrhundert, als Kreuzfahrer und Kaufleute vor allem von Bari und Trani aus in das Heilige Land fuhren. Davon zeugt die Kathedrale, die einzigartig unmittelbar am Meer gelegen in die Ferne weist. Doch leider war die Kirche geschlossen. Nach dem Mittagessen ging es weiter zum Castel del Monte.

Man soll es kaum glauben, als wir dort auf dem Parkplatz ankamen (Parkgebühr 6,-€ inkl. Übernachtung und Zubringerbus) konnten wir noch mit dem Zubringerbus bis zum Castel fahren. In aller Ruhe innen und außen besichtigen und mit dem Zubringerbus zurück zum Parkplatz fahren.

Anschließend stellten wir uns so auf den Platz, dass wir das Weltkulturerbe Castel del Monte zum Abendessen als Panorama hatten. Wir hatten es so lange, bis sich ein alter Hymer britsch breit vor unsere Aussicht stellte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch die Meinung, dass nur Italienische WoMo-Fahrer so rücksichtslos sind, aber Dieser hat mich vom Gegenteil überzeugt.

 

Trani Castel del Monte

Der neue Tag begann mit der Fahrt nach Lucera, das Castel hatte geschlossen und so sind wir in der Mittagshitze (damit man auch was davon hat, wenn schon geschlossen ist) um das Castel gelaufen. Der Tag Endete mit der Übernachtung in Lido di Casalbordino.

 

Am neuen Tag ging es nach Urbino - mal wieder UNESCO Weltkulturerbe. Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist der Herzoglicher Palast (Palazzo ducale). An dieser Stelle kann ich einen Satz aus dem Marco Polo nur wiederholen. Jeder der bei Nacht auf dem der Altstadt gegenüberliegenden Hügel Sitz und die Altstadt bestaunt, wird der UNESCO für den Erhalt dieser Ansicht danken..Übernachtung in Urbino am alten Castel oberhalb der Altstadt.

 

Von Urbino ging es am folgenden Tag nach Lido de Jesolo auf den CP Union Lido. Auf diesem CP war ich rund 6mal als Kind und es war für mich eine super Geschichte um alte Erinnerungen wieder erstehen zu lassen und den CP mit einem Abstand von rund 25 Jahren noch einmal zu erleben. Aus meiner Sicht ist dieser CP das Geld aber nicht wert. Da gibt es preiswertere Campingplätze, die schöner sind.

 

Urbino Lido de Jesolo

Nach drei Tagen fuhren wir nach Verona um die Stadt zu besichtigen. Auf unserem Stadtrundgang kamen wir natürlich an der Arena und der daneben liegenden Kartenkasse vorbei. Als es noch Karten für die Vorstellung an diesem Abend gab, haben wir kurz entschlossen Karten für Aida gekauft. Nach der Stadtbesichtigung einem Abendessen bei Mc Donalds sowie einem kleinen Einkauf im Supermarkt, gingen wir gegen 19:30 in die Arena.

Die Vorstellung war absolut genial – ohne jeden Zweifel. Allerdings waren wir alle vier froh nach sechs Stunden (zwei Stunden warten und vier Stunden Vorstellung) harten und heißen Steins wieder aus der Arena zu kommen.

 

Verona Verona
Verona Sirmione

Der neue Tag begann mit einer zu treffenden Entscheidung – Bozen oder Lago di Garda. Bozen wieder Altstadt und Museum – Lago Entspannung und Ruhe. Die Kinder und ich haben uns dann für den Lago entschieden und so ging es nach Sirmione. Ein Tag zu Ausspannen in Sirmione am Gardasee

 

Vom Gardasee ging es nach Erding um in den Erdinger Thermen etwas zu Entspannen. Allerdings waren die Kinder dann doch eher für das Rutschenparadies ‚Galaxy’. Der letzte Tag unserer Sommertour war dann nur noch das Frühstück mit frischen Brötchen und die restliche Strecke bis nach Hause zu fahren.