30. Oktober - 4. November 2007  Sächsische Schweiz und Oberlausitz in sechs Tagen

 

Als Sächsische Schweiz wird der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges in Sachsen bezeichnet. Die durch ihre bizarren Felsformen bekannte Landschaft liegt südöstlich von Dresden beiderseits der Elbe. Östlich geht die Sächsische Schweiz in das Lausitzer Bergland und westlich ins Erzgebirge über. Der angrenzende tschechische Teil des Elbsandsteingebirges wird Böhmische Schweiz genannt. Die höchste Erhebung der Sächsischen Schweiz ist der Große Zschirnstein mit 562 m über NN. Der Name Sächsische Schweiz entstand im 18. Jahrhundert und soll auf die beiden Schweizer Künstler Adrian Zingg und Anton Graff zurückzuführen sein. Diese fühlten sich von der Landschaft an ihre Heimat, den Schweizer Jura, erinnert, in dem ähnliche Landschaftsformen zu finden sind.

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Die Oberlausitz (obersorb. Hornja Łužica, niedersorbisch: Górna Łužyca) ist eine Region, die zum größten Teil zu Sachsen, sowie zu kleineren Teilen zu Polen und Brandenburg gehört. In Sachsen umfasst die Oberlausitz in etwa die Landkreise Kamenz, Bautzen, Löbau-Zittau und den Niederschlesischen Oberlausitzkreis, sowie die beiden kreisfreien Städte Görlitz und Hoyerswerda. In Brandenburg gehört der südliche Teil des Landkreises Oberspreewald-Lausitz zur Oberlausitz (früher Kreis Senftenberg), der Städte wie Ruhland und Ortrand umfasst. Der seit 1945 polnische Teil der Oberlausitz zwischen den Flüssen Queis im Osten und der Lausitzer Neiße im Westen gehört administrativ zur Woiwodschaft Niederschlesien (poln. Dolnośląskie). Der westliche Teil der Oberlausitz bildet nochmals die eigene Subregion Westlausitz.
Die alte Hauptstadt der Oberlausitz war Bautzen. Größte Stadt der Region ist das zwischen Deutschland und Polen geteilte Görlitz-Zgorzelec. Ihren Namen hat die Oberlausitz Ende des 15. Jahrhunderts von ihrem nördlichen Nachbarland Niederlausitz bekommen. Ursprünglich wurde nur dieses Lausitz genannt, was sich vom dort lebenden sorbischen Volksstamm der Lusici ableitete.

 

Tag 1 – Fahrt bis Netzschkau

Wir fuhren am Nachmittag des 30. Oktober los um schon einmal die erste Etappe unserer Strecke zurückzulegen und schafften es bis Netzschkau. Dort wartete eine wirklich beeindruckende Sehenswürdigkeit auf uns. Die Göltzschtalbrücke: Eine Eisenbahnbrücke und gleichzeitig die größte Ziegelbrücke der Welt. Sie überspannt das Tal der Göltzsch zwischen den Orten Mylau und Netzschkau. Die Göltzschtalbrücke wurde in den Jahren 1846 bis 1851 im Zuge des Baus der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn bei Mylau zusammen mit einem ähnlichem Bauwerk, der Elstertalbrücke zwischen Jößnitz und Jocketa erbaut.
Die Übernachtung war eigentlich auf dem Stallplatz des Gaststätte ‚Zur Alten BBS’ in 08491 Netzschkau, Göltzschtalstr. 17 geplant. Leider war die Gaststätte geschlossen und so übernachteten wir auf dem Busparkplatz vor der Brücke.
 

Tag 2 – Bad Schandau und Schrammsteine

Weiter ging es am nächsten Morgen nach einer Brücken-Besichtigung über die Autobahn zum Kur- und Erholungsort Bad Schandau, wo wir das erste Mal auf die Elbe stoßen.
Eine der Attraktionen in Bad Schandau ist der 1904 errichtete
Personenaufzug, der von Bad Schandau auf die Ostrau führt. Der örtliche Hotelier Rudolf Sendig regte den Bau an und finanzierte ihn. Der Aufzug fährt in einem 52,26 Meter hohen, im Jugendstil gestalteten Stahlfachwerkturm nach oben. Auf dem Weg nach oben überwindet er einen Höhenunterschied von 47,76 Meter. Der in dieser Höhe erreichte Ortsteil Ostrauer Scheibe birgt das zweite Highlight der Stadt. Ebenfalls auf Initiative von Sendig entstanden hier Holzvillen im skandinavischen Stil. Am Ende des Ostrauer Rings hat man einen sehr guten Blick auf die Schrammsteine.

Die
Schrammsteine sind eine langgestreckte, stark zerklüftete Felsgruppe des Elbsandsteingebirges, im Norden werden sie durch das Kirnitzschtal, im Süden vom Elbtal und im Osten von den beiden Winterbergen begrenzt.

 

Die zweite Übernachtung war auf dem Campingplatz Königstein (Schandauer Str. 25 e, 01824 Königstein (von April-Oktober)) geplant. Die 1,5 km zurück nach Königstein waren gleich überwunden, doch der Platz hatte wie vorher herausgefunden bereits geschlossen – obwohl es sich um ein langes Wochenende mit Schulferien handelte. Na ja, kein Problem: Dann Übernachten wir eben auf dem Parkplatz der Festung Königstein. Wegen dieser Festung sind wir ja eh hier.

 

 

Tag 3 – Festung Königstein, Felsenburg Neurathen und Bastei

Festung Königstein ist eine der größten Bergfestungen in Europa – sie thront weithin sichtbar auf einem Tafelberg, eingebettet in die bizarre Felslandschaft der Sächsischen Schweiz. Entlang der 2,2 km langen Brustwehr bietet sich uns ein fantastischer Ausblick auf das Elbsandsteingebirge, insgesamt ist die Festungsanlage 9,5 Hektar groß. Wir laufen entlang der Brustwehr, sehen uns den alten Fasskeller, den 152,5 Meter tiefen Brunnen an und die Kasernen.

Weiter ging es nach Rathen, weil hier das Elbsandsteingebirge am schönsten sein soll. Zu erst fuhren wir zur Bastei, eine Felsformation mit Aussichtsplattform auf dem rechten Ufer der Elbe. Sie zählt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen der Sächsischen Schweiz. Von hier fällt das schmale Felsriff über 194 m steil zur Elbe ab. Sie bietet eine weite Aussicht ins Elbtal und über das Elbsandsteingebirge. Weiter über die 1851 erbaute steinerne Basteibrücke. Sie ist mit ihren 76 m Länge heute als technisches Denkmal besonders geschützt. Inschriften und Wegetafeln informieren den Besucher über Details und Hintergründe.

 Wer hat schon so einen faszinierenden Blick aus seinem Schlafzimmerfenster

 Über die Basteibrücke weiter zur Burg Neurathen. Diese Natursteinfestung, die Mitte des 14. Jahrhunderts von böhmischen Rittern angelegt und 1469 zerstört wurde, gewährt einen Ausblick auf die grandiose Felsenwelt hinter der Bastei. Heute führen kühne Brücken-Konstruktionen den ehemaligen Wehrgang entlang, die die einzelnen Komponenten der Burg miteinander verbinden. Der Felsen neben der Bastei-Brücke trägt den Namen Steinschleuder. Auf ihm war eine Wurfmaschine installiert, die ihre Geschosse entweder ins Elbtal oder auf die hölzerne Basteibrücke warf. Dies verhinderte, dass Angreifer die Burg einnahmen aber gleichzeitig in die Tiefe gerissen wurden. Ein Modell dieser Verteidigungsanlage kann man heute noch bei einem Rundgang auf der Felsenburg betrachten. Von dieser größten Felsenburg der Sächsischen Schweiz sind heute nur mehr die ausgehauenen Räume, Durchgänge, die Zisterne und die Balkenauflager der einstigen hölzernen Aufbauten erhalten.
Danach ging es über 800 Stufen Natursteintreppe hinab zu den
Schwedenlöchern. Diese sind im wörtlichen Sinne keine Löcher, sondern stellen sich eher als eine Klamm dar. Sie sind durch Erosion des weicheren Sandsteines entstanden. Beim den Schwedenlöchern lassen sich besonders gut die Klüftungen und Schichten der Sandsteinstruktur in der Sächsischen Schweiz verfolgen.
Weiter ging es zum Stellplatz in Ebersbach.

 

4. Tag – Zittau und Oybin

Eigentlich wollten wir von Zittau mit der 1890 eröffneten ‚Zittauer Schmalspubahn’ nach Oybin fahren. Doch führ die Bahn wegen Reparaturen auf der Strecke nicht. So entschlossen wir uns nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung mit unserem WoMo in den Kurort zu fahren.
Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Burg auf dem Berg
Oybin (514 m) verknüpft. Im Jahr 1290 wurde die Burg als Moybin
erstmals urkundlich erwähnt. Schon vorher war der Berg besiedelt und auch befestigt. 1369 baute Karl IV. die Burg weiter aus und stiftete 1366 hier ein Cölestiner-Kloster. Dieses wurde im Zuge der Reformation aufgelöst und das Kloster und die Burg verfielen. Die Burganlage nimmt den gesamten Gipfelbereich des Berges Oybin ein. Sie beinhaltet neben der eigentlichen Burg an der Westseite mit dem Kaiserhaus, auch die Klosterruine, den Bergfriedhof der Gemeinde Oybin und ein Burgrestaurant. Am höchsten Punkt des Berges befindet sich eine Camera Obscura. Danach fuhren wir über Zittau und Bogatynia in Polen nach Ostritz zum Übernachten auf dem Besucher-Parkplatz des Kloster St. Marienthal.

 
5. Tag – Kloster St. Marienthal und Görlitz

Kloster St. Marienthal ist ein Zisterzienserinnenkloster gegründet von Kunigunde, Gemahlin des Königs Wenzel von Böhmen im Jahr 1234, ist das älteste Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland. Es besteht seit seiner Gründung ununterbrochen. Zum Konvent des Klosters gehörten im Jahr 2006 14 Schwestern unter Leitung der Äbtissin Regina Wollmann.

Görlitz (polnisch Zgorzelec, obersorbisch Zhorjelc) ist die östlichste Stadt Deutschlands und liegt an der Neiße, die hier seit 1945 die Grenze zu Polen bildet. Görlitz ist die sechstgrößte Stadt des Freistaates Sachsen und trägt den inoffiziellen Namen ‚Stadt der Türme’.

 

 

Weiter ging es in den UNESCO Denkmalort Obercunnersdorf inmitten der Oberlausitz. Die in Jahrhunderten harmonisch gewachsene Dorfanlage mit seinen 260 denkmalgeschützten Umgebindehäusern begeisterte uns wirklich. Nach einer ausgiebigen Ortsbesichtigung fuhren wir zum Übernachten weiter nach Bautzen.

 
6. Tag – Bautzen und Heimfahrt

 

Am Morgen besichtigen wir die wirklich sehenswerte Altstadt von Bautzen. Im Anschluss war die Gedenkstätte Bautzen II der ehemalige ‚Stasi-Knast’ der Abschluss dieser Tour.

 

 

 

Das haben wir nicht mehr geschafft:

Abstecher auf den Butterberg
Mit seiner Bergbaude und einem Aussichtsturm ist der 385 m hohe Butterberg unweit von Bischofswerda ein beliebtes Ausflugsziel.
Seinen Namen verdankt der Berg einem Ereignis bei einer mittelalterlichen Pestepedemie. Da sollen nämlich Bauern Butter an seinem Waldrand zur Versorgung der betroffenen Bürger von Bischofswerda abgelegt haben.
Vom Aussichtsturm aus bietet sich ein Blick über die umliegenden Dörfer, über Bischofswerda und zu den Bergen des Oberlausitzer Berglandes.

Der kleinste Tierpark in Sachsen Tierpark Bischofwerda

 Irrgarten Kleinwelka
Hier finden Sie den derzeit größten Irrgarten Deutschlands mit 30.720 Möglichkeiten, ans Ziel zu kommen. Von dort gelangt man über eine Brücke ins Abenteuerlabyrinth, wo man sein sportliches Können unter Beweis stellen kann. Eine Riesenrutsche führt ins Freie.