17 Tage in Schottland mit dem Wohnmobil

4.950 Kilometer mit 11,5 Liter/100 Kilometer

10. – 26. Juni 2011

 

Schottland mit seiner grandiosen Natur hat uns außerordentlich gut gefallen. Den Schwerpunkt der Reise bildete der Westen, der landschaftlich wesentlich reizvoller als die östlichen Landesteile ist.

Schottland ist kein billiges Reiseland. Wer nicht mit dem eigenen Wohnmobil unterwegs ist und auf B&B und Restaurant Pub-Besuche angewiesen ist, muss tief in die Tasche greifen. Wir haben uns überwiegend selbst versorgt und auf teure Restaurantbesuche verzichtet. Es macht Spaß in den großen Supermärkten wie Tesco oder Salisbury einzukaufen, die durchaus amerikanische Dimensionen aufweisen und über ein Angebot verfügen, dass man in dieser Breite in Deutschland vergeblich sucht. Die Preise für Lebensmittel sind im Schnitt in etwa mit den unsrigen vergleichbar. Wein haben wir komplett aus Deutschland mitgebracht, weil Alkohol sehr teuer ist. Da GB zur EU gehört, gibt es bei der Einfuhr keine Mengenbeschränkungen.
 

 
 

Ein sehr teures Vergnügen ist leider das Tanken. Diesel ist sogar noch ein paar Pence teurer als Benzin und liegt 10 - 20% über den deutschen Preisen..Es lohnt selten, sich günstige Tankstellen zu suchen, da die Preise fast überall gleich sind. Außreisser ausgenommen.

Richtig ins Geld gehen können auch die Eintrittsgelder der vielen Sehenswürdigkeiten, die man je nach Neigung gerne besichtigen möchte. Die meisten dieser Attraktionen werden entweder vom National Trust of Scotland oder von Historic Scotland verwaltet. Eine Mitgliedschaft in einer dieser beiden Organisationen (oder auch beiden) kann ggf. viel Geld bei den Eintrittsgeldern sparen.

Wir hatten zwar eine Route ausgearbeitet und uns über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dieser Route Gedanken gemacht, aber wenig Gefühl für den Zeitbedarf. So haben wir uns dann einfach treiben lassen und den nächsten Tag dann häufig erst vor Ort geplant, abhängig von Lust, Laune, und - last but not least - dem Wetter. Wir haben nicht wenig Zeit mit Fahrerei verbracht. Die oft engen Strassen mit unzähligen freilaufenden Schafen, erlauben häufig keine hohen Geschwindigkeiten. Das ist aber kein Nachteil, denn fast immer ist in Schottland der Weg das Ziel.

 
   

   

1. Tag Freitag, Erlangen – Inden

Fahrt bis nach Inden zum Übernachtung am dortigen Tagebau. Bei Nacht wirkte der taghell beleuchtete Tagebau beeindruckend – leider regnete es in strömen und so war es nur eine kurze Besichtigung. Unterwegs haben wir in BadenWürtemberg, Hessen und NRW noch Geocaches gesucht.

2. Tag Samstag, Inden – Calais – Dover– Tilbury

Nach dem Frühstück haben wir den Tagebau bei Tageslicht besichtig – wirklich beeindruckend. Mit einem kleinen Zwischenstopp zum Geocaching ging es nun durch bis Calais. Vor der Fähre trafen wir uns mit unseren Freunden um gemeinsam die nächsten Tage zu verbringen.

Nach dem Übersetzen führen wir von Dover noch bis nach Tilbury (51.452148, 0.370381) um am Tilbury Fort aus dem 17. Jahrhundert zu übernachten. Der Wirt vor Ort wies uns noch ein, so das wir hier wohl gern gesehen waren.

 

3. Tag Sonntag, Tilbury – Edwinstowe – Simonbum bei Hexham

Heute führen wir nach dem Frühstück in den Sherwood Forest Landschaftspark (53.201084,-1.063174), der das Dorf Edwinstowe in Nottinghamshire (England) umgibt. Der heutige Park ist nur ein Rest des weit größeren Waldes, der mit der Sagengestalt Robin Hood in Verbindung gebracht wird. Im Wald wachsen eine große Anzahl sehr alter und mächtiger Eichen, deren bedeutendste und größte ‚Major Oak’ genannt wird und in lokalen Chroniken als Robin Hoods Hauptquartier angesehen wird. Die ‚Major Oak’ (nach dem Schriftsteller und Archäologen Major Hayman Rooke) ist zwischen 800 und 1000 Jahren alt. Seit der viktorianischen Ära wird ein Teil der Äste von einem ausgeklügelten Gerüstsystem gestützt. Im Februar 1998 nahm eine örtliche Firma Schnittarbeiten am Baum vor und begann damit, Setzlinge zu züchten, die in den wichtigsten Städten der Welt eingepflanzt werden sollen. 2003 wurden in Dorset 300 Eicheln der Major Oak gepflanzt, aus denen, auch zu Forschungszwecken, ein kleiner Wald erwachsen soll.

Übernachtet haben wir diesen Abend bei Hexham auf einem Parkplatz in Simonbum – (55.054641,-2.187567).

4. Tag Montag, Simonbum – Hadrian’s Wall – Gretna Green – New Lanark

Fahrt zum Hadrian’s Wall mit der Besichtigung des Housesteads Roman Fort & Museum (Bardon Mill, NE47 6NN, 55.009908,-2.322868 Haltestelle ist barrierefrei.).
Im WoMo-Buch Schottland ist das Tour 1.

Die Reste der Mauer erstrecken sich über 113 Kilometer vom Kastell Maia (heute Bowness-on-Solway) bis zum Solway Firth an der Westküste Großbritanniens. Große Teile des Walls existieren noch heute, vor allem im landschaftlich eindrucksvollsten mittleren Abschnitt. Der Hadrianswall ist heute einer der beliebtesten Touristenattraktion Nordenglands und wurde 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Auch hier fanden wir einen wieder einen sehr interessanten Geocache.

Auf der alten Postkutschenroute von London nach Edinburgh war Gretna Green (55.005066,-3.062804 ) das erste Dorf in Schottland. Durch das unterschiedliche Heiratsalter im alten England und Schottland wurde das kleine Grenzörtchen schon früh zu einem Wallfahrtsort für Heiratswillige. Bereits 1887 wurde die 1712 gebaute Schmiede in eine öffentliche Touristenattraktion umgewandelt. Heute kommen täglich hunderte von Touristen aus dem In- und Ausland nach Gretna Green in die Schmiede. Darüber hinaus finden sich hier umfangreiche Souvenirshops und ein Selbstbedienungsrestaurant.
Nach vielen Reiseberichten ist das Örtchen ein wahrer ‚Turinepp’ und wir wollten diesen eigentlich auslassen. Unsere Freunde wollten aber dort hin und so können wir diesen Eindruck wahrlich bestätigen – es ist ein reiner ‚Turinepp’ und kann auf jeden Fall ausgelassen werden. Der einzige Vorteil, Abwasser und Frischwsser ließ sich hier an der Reisebus-Versorgungsstelle ablassen bzw. bunkern.

Heuten führen wir noch bis New Lanark, wo wir auf dem Parkplatz des World Heritage ‚New Lanark’ übernachtet haben. Die Parkplätze hier in New Lanark eignen sich gut für eine ruhige Übernachtung (keine Toiletten oder sonstige Einrichtungen)

  Loch Eil bei Corpach

5. Tag Dienstag, New Lanark – Falkirk – Stirling

Pünktlich zur Öffnung um 11:00 Uhr sind wir am New Lanark (55.664782,-3.779554) World Heritage Village Visitor Center und zahlen den englisch überteuerten Obolus. Das Weltkulturerbe New Lanark, eine sehr schön restaurierte Textilfabriksiedlung aus dem 18. Jahrhundert.
Die Baumwollfabrik und Siedlung erlangte erstmals Berühmtheit, als Robert Owen die Textilfabrik von 1800 bis 1825 leitete. Owen veränderte das Leben in New Lanark durch Ideen und Möglichkeiten, die ihrer Zeit mindestens hundert Jahre voraus waren. Kinderarbeit und Prügelstrafe wurden abgeschafft, und die Dorfbewohner erhielten ordentliche Häuser, Schulen und Abendkurse, kostenlose Gesundheitsfürsorge und Essen zu erschwinglichen Preisen.
Im Dezember 2001 wurde die Anlage von der
UNESCO zum Weltkulturerbe
erklärt.
Einschließlich eines Spaziergangs zu den Clyde-Wasserfällen verbringen wir rund drei sehr lehrreiche und unterhaltsame Stunden in New Lanark.

Unser nächstes Ziel – das Falkirk Wheel (56.000913,-3.840666) – ist ein modernes Schiffshebewerk das durch seine Konstruktion in der Art eines Riesenrades einmalig auf der Welt ist.
Zwei Gondeln sind in einem riesigen Rad angebracht. Durch eine halbe Drehung des Rades vertauschen die Fördertröge innerhalb von etwa vier Minuten ihre Position und können so Schiffe heben und senken. Das Falkirk Wheel besitzt einen Durchmesser von 35 m und überwindet damit einen Höhenunterschied von 24 Metern.


Nach der ausgiebigen Besichtigung – die sogar kostenlos war – fuhren wir zum Wallace Monument. Dies ist ein 67 m hoher vierkantiger Turm, welcher 1869 bei Stirling zum Gedenken an den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace errichtet wurde. Danach ging es in unser Nachtquartier nach Stirling (56.11758,-3.928106).

Stirling und Stirling Castle ist ein muss und beide haben einiges zu Bieten – was wir von der Burg allerdings erst in Edinburg erfahren haben. Die hatten wir wegen des immensen Eintrittspreises ausgelassen. Die heute noch erhaltene mittelalterliche Altstadt entwickelte sich um diese große Burg und hat heute noch ihren eigenen Charme. Für mich insbesondere der Friedhof an der Krönungskirche.

 

5. Tag Mittwoch, Stirling – Fort Wilhelm

Heute Morgen gab es nach dem Frühstück eine negative Nachricht – unsere Freunde wollen alleine weiter fahren. Aber es muss weitergehen und so fuhren wir nach der Verabschiedung in Richtung Loch Lomond. In Balloch (56.007487,-4.591019) an der Südwestspitze des Loch Lomond. Wir haben direkt am Balloch Pier geparkt und uns das alte Dampfschiff und die historische dampfbetriebene Skippanlage angesehen. Der weitere Weg führte uns am SeaWorld vorbei und zum Loch Lomond Einkaufscenter.

Die größte Stadt der westlichen schottischen Highlands war unser nächstes Ziel – Fort William. Sie liegt am Ufer des Loch Linnhe, am südlichen Ende des Great Glen. Durch die Nähe zum Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens, ist Fort William eine touristische Hochburg mit Einkaufsstraße, Hotels und Pubs. Für uns war es nur ein Stopp um die TESCO Telefonkarte wieder aufzuladen.

Neptune's Staircase (56.846085,-5.096991) eine Schleusenanlage im Kaledonischen Kanal in Schottland besteht aus acht Schleusensegmenten hintereinander und ist die größte Schleusentreppe Großbritanniens. Der gesamte Hub in den acht Schleusen beträgt 64 Fuß (ca. 20 Meter). Die Schleusentore wurden bei der Anlage des Kanals im 19. Jahrhundert per Hand bewegt, heute sind die Tore hydraulisch angetrieben.

Ein Schiff benötigt etwa 90 Minuten um die 8 Schleusengementen des Neptune's Staircases zu durchqueren. Die Struktur stammte vom Schottischem Ingenieur Thomas Telford. Sie befindet sich in Corpach, direkt neben Fort William. Die West Highland Bahnlinie von Fort William nach Mallaig, führt ebenfalls parallel zur Straße und über den Kanal, an der Schleusenanlage vorbei.

In Corpach übernachteten wir heute auch das erst Mal auf einem schönen CP (56.847587,-5.160849) direkt am Loch Eil. Am Morgen noch ein kurzer Blick auf den Ben Nevis, da das Wetter nun besser war, dann ging es weiter.

 

6. Tag Donnerstag, Fort Wilhelm – Glenfinnian – Mallaig – Carbost

Glenfinnan (56.87051,-5.435722) ist heute das erste Ziel. Hier befindet sich das bekannte Glenfinnan Viaduct (auch bekannt als die Harry-Potter Brücke) und das Glenfinnian Monument. Das Viadukt an der „Mallaig Extension“ der „West Highland Line“-Bahnlinie wurde zwischen Juli 1897 und Oktober 1898 erbaut und ist eine der wichtigsten Anlagen der am 14. April 1901 eröffneten Bahnlinie. Das 380 Meter lange Bauwerk besteht aus 21 Pfeilern, die bis zu 30 Meter hoch sind. Der Viadukt war zum Zeitpunkt der Fertigstellung eine technische Pionierleistung, denn er ist eine der allerersten großen (Stampf-) Betonbrücken überhaupt.

Die Zuglinie verbindet Fort William und Mallaig und war sehr wichtig für die lokale Fischindustrie, welche sehr von dem Bau der Linie profitierte. Heute wird die Strecke in Personenverkehr ausschließlich von Dieseltriebwagen der Class 156 befahren; Güterverkehr findet nicht mehr statt. Im Sommer fährt täglich außer Samstag der Touristensonderzug „Jacobite Steam Train“ mit Dampflokomotiven, die dem Viadukt zu einem hohen Bekanntheitsgrad verholfen haben.

 

Vor dem Glenfinnian Monument haben wir uns spontan entschlossen auf die Insel Skye über zu setzen – Definitiv kein Fehler. So fuhren wir weiter zum Fischerei- und Fährhafen Mallaig (57.007152,-5.830028). Auf die Fähre mussten wir eine Stunde warten, die wir zu einer ausgiebigen Mittagspause in der schönen Bucht genutzt haben.
Skye ist die größte Insel der inneren Hebriden. Sie hat eine Fläche von 1.656 km², eine Nord-Süd-Ausdehnung von 80 Kilometern und eine Breite von 11 bis 40 Kilometern. Die Einwohnerzahl von Skye beträgt rund 9.200, von denen rund 30 Prozent schottisch-gälisch sprechen.

 

Auch der Insel machten wir uns sofort ans Geocaching und wurden im schönen ‚Woodland Walk’ fündig. Danach bummelten wir fahrender Weise über die Insel bis zur Distillerie Talisker. Hier übernachteten wir auf dem Parkplatz (57.303311,-6.357061), direkt am Loch Harport in Carbost mit einer wunderbaren Aussicht auf den Selbigen.

 

7. Tag Freitag, Carbost – Donan – Inverness – Carrbridge

Der Tag startete mit unserer ersten Besichtigung einer Distillery – der Talisker Distillery. Sie wurde 1831 von den Gebrüdern Hugh und Kenneth MacAskill gegründet und gehört heuten zum Diageo Konzern. Der Name ist von dem Anwesen Talisker House abgeleitet, das einige Meilen westlich in den Bergen liegt.

 

Nach dem Rundgang führen wir über die Brücke bei Kyle zurück auf die Britische Insel. Erster Stopp war Eilean Donan Castle (57.274026,-5.513045), eins der meistfotografierten Motive Schottlands. Urig, schön und britisch teuer. Die Innenbesichtigung ließen wir deswegen auch aus.

Die Burg wurde 1220 von Alexander II. von Schottland erbaut, und es wird erzählt, dass sie eine der Fluchtburgen von Robert the Bruce war, als er vor den Engländern flüchtete. Die Burg wurde oft als Kulisse für Filme und Fernsehserien benutzt; unter anderem in einer Folge der Fernsehserie Das blaue Palais von Rainer Erler und in Filmen wie Highlander, Braveheart, Verliebt in die Braut und Rob Roy. Auch im James-Bond-Film Die Welt ist nicht genug wurden einige Szenen gedreht.

Das weltberühmte Loch Ness. Wie zu erwarten, sieht es auch nicht anders aus, als die vielen unzähligen Lochs, die wir nun schon gesehen haben. Dem touristischen ‚Monster-Rummel’ entgehen wir, indem wir Drumnadrochit mit seinen entsprechenden Ausstellungen und Souvenir-Shops einfach ohne anzuhalten durchfahren. Kurz darauf halten wir dann aber doch, und zwar am Urquhart Castle. Zu besichtigen sind hier noch ein paar alte Ruinen zum Schnäppchenpreis von 7 ₤ – wir verzichten.
Loch Ness ist ein Süßwassersee, gemessen an der Wasseroberfläche von 56,4 km² ist Loch Ness nach Loch Lomond der zweitgrößte See Schottlands. Er verfügt aber aufgrund seiner Tiefe über das mit Abstand größte Wasservolumen aller schottischen Seen.

  Glenfinnian

 

Die Schlacht von Culloden vom 16. April 1746 zwischen englischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten fand auf dem Culloden Moor nahe der gleichnamigen Ortschaft östlich von Inverness statt und endete mit einem Sieg der englischen Regierungstruppen (57.478442,-4.104702). Somit hatte unser nächstes Ziel eine wahrhaft blutige Vergangenheit. Wir wanderten durch das parkähnlich angelegte Außengelände des ‚Memorial Museum’ und fanden die Informationstafeln wirklich interessant. Das Museum selbst sparten wir uns.

Übernachtet haben wir in Carrbridge auf dem Parkplatz des ‚Landmark Forest Adventure Park’ (57.278933,-3.811333).

 

8. Tag Samstag, Carrbridge – Balmoral – Pitlochry

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir es durch das Hochmoor und ein weiteres Skigebiet. Eine unglaublich schöne Landschaft so weit da Auge reicht. Auch einige Geocaches lagen auf unserem Weg nach Balmoral.

Balmoral Castle (57.040199,-3.215454) war eigentlich nicht geplant. Aber wie einen die tatsächliche Tour dann so manchmal treibt ist immer wieder eine Überraschung. So war es dann besonders für mich eine umso größere Freude als wir am Schloss eingetroffen sind. Heute ist dieses Schloss die Sommerresidenz von Elisabeth II., der britischen Königin. Sie hält sich dort im Sommer für etwa zwölf Wochen auf. Deswegen kann man vom Schloss selbst auch nur den Ballsaal besichtige. Was der Audiotour durch den privaten Besitz keine Schmälerung beibringt. Der ständige Regen an diesem Tag allerdings schon.
Durch die hervorragende Audiotour erfuhren wir unheimlich viel über die Geschichte des Bauwerks, dessen Gartenanlage, die Lage und Umgebung von Balmoral. Zu dem erfuhren wir, dass seit Königin Victoria die naheliegende Destillerie Lochnagar zum Hoflieferanten erhoben ist. So fuhren wir direkt nach der Runde durch Schloss und Garten zur Destillerie.

Die Brennerei ist nach dem nahegelegenen Berg Lochnagar benanntund wurde 1845 von John Begg gegründet. Queen Victoria kaufte das Schloss Balmoral 1848 und stattete noch im selben Jahr der nebenan liegenden Brennerei einen Besuch ab. Begg wurde zum Hoflieferanten ernannt und die Destillerie konnte den Zusatz "Royal" im Namen führen. Die Besuchertour durch die Royal Lochnagar weichte nicht viel von der bei Tallisker ab. Jedoch zeigte es uns sehr deutlich die Unterschiede im Herstellungsprozess.
Noch auf dem Parkplatz gab es Hotdogs aus der WoMo-Küche.

Weiter ging es durch die atemberaubende Natur nach Pitlochry. Nach dem wir auf dem Parkplatz im Ort unser Nachtquartier aufgeschlagen haben (56.702029,-3.730754), ging es zu Fuß durch das nette Örtchen. Zunächst folgten wir den braunen Hinweisschildern zur Power Station mit seiner Salmon Ladder. Da es regnete und wir bereits bei den Vorbereitungen des öfteren gelesen haben, das man nicht viel verpasst wenn man sich diese Fischtreppe nicht ansieht, ließen wir es bleiben.
Pitlochry ist ein netter Ort in reizvoller Umgebung. Ein Bummel über die Main Street bestätigt uns, dass man sich hier voll und ganz dem Tourismus verschrieben hat. Souvenirläden, Hotels und Restaurants prägen das Bild. Aber das Örtchen hat Charme.

 

9. Tag Sonntag, Pitlochry – Edinburg

Der Sonntag startete mit dem Besuch des Visitor Center von Heathergems (Heidekraut-Edelsteine). Wegen dieser tollen Schmuckstücke aus den Stielen des Heidekrauts waren wir eigentlich hier in Pitlochry. Das Heidekraut ist eine typische schottische Pflanze, die für ihre violette Blüte berühmt ist. Das verwendete Heidekraut ist zu alt um Wildtieren noch als Nahrung zu dienen und wird deswegen geerntet, um das Wachstum neuer Heide zu fördern. Die Stiele werden getrocknet, entrindet und mit Naturfarben gefärbt. Stiele verschiedener Farben werden dann gemischt und in Blöcke gepresst. Diese werden danach aufgeschnitten und von Kunsthandwerkern weiterbearbeitet und geformt. Zum Abschluss werden die Steine lackiert und erhalten Silber- oder Zinnfassungen. Die Gestaltung der Fassungen orientiert sich an keltischen Mustern.

Danach führen wir zu Schottlands kleinster Destillerie – doch diese öffnete erst um 12:00 Uhr. Spontan führen wir einige Kilometer zum Blair Castle (56.766755,-3.844721) um dieses angeblich so tolle Schloss zu besichtigen. Leider war auch hier der Eintrittspreis britisch teuer und so beschlossen wir uns die Zeit vor Ort mit Geocaching zu vertreiben.

Zurück in Pitlochry führen wir direkt zur Destillerie Edradour. Die Brennerei liegt in einem kleinen Tal, verborgen von umliegenden Bergen, östlich der von Pitlochry.
Der Name Edradour ist von gälisch „Edred dobhar“ („Der Fluss von König Edred“) abgeleitet. Von den Angestellten werden nur 12 Fässer mit 600 Gallons (ca. 2.720 Liter) Roh-Whisky pro Woche hergestellt, das ergibt ca. 90.000 Liter bzw ca. 250.000 Flaschen in unterschiedlichsten Größen pro Jahr – große Brennereien produzieren diese Menge in einer Woche. Jährlich kommen jedoch bis zu 100.000 Besucher zu dieser Destillerie, so dass zusätzlich fast 20 Fremdenführer beschäftigt werden müssen. Einer dieser sehr netten Führer ist aus Deutschland und hat und dankenswerter Weise auf deutsch sehr viel über die Destillerie und den schottischen Whisky an sich erzählt.

Von hier ging es mit zwei Flaschen Whisky mehr im Doppelboden ab in die Hauptstadt Schottlands – Edinburg.
Den noch verbliebenen Nachmittag haben wir mit Ausruhen, Duschen und Saubermachen auf unserem Campingplatz Mortonhall (55.903096,-3.180134) verbracht.

10. Tag Montag, Edinburg

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir mit dem ersten Bus um 9:16 Uhr in die City gefahren. Der Bus hält direkt vor dem Campingplatz. Wir steigen an der Hannover Street aus und laufen von dort zum Edinburgh Castle. Die Schlange an den Ticket-Schaltern lässt ahnen, dass dies Schottlands größte Touristenattraktion ist. Trotz des hohen Eintrittspreises (9,80 ₤) ein absolutes Muss für eine Edinburgh-Besichtigung – dachten wir zumindest. In den alten Gemäuern gibt es viel Interessantes zu entdecken. Der Höhepunkt sind die schottischen Kronjuwelen, obwohl ich persönlich das Verlies, in dem früher die Kriegsgefangenen untergebracht waren, viel interessanter fand. Ich bin halt ein Kulturbanause.

Edinburgh bietet eine unwahrscheinlich große Auswahl an Museen und sonstigen Attraktionen. Wir begnügen uns jedoch mit einem Bummel durch die Stadt. Royal Mile, Schottisches Parlament, Holyrood Palace offizielle Residenz des britischen Königshauses in Schottland. St. Andrew Square, Princes St., George St., Grassmarket und vieles mehr. Als wir am späten Abend wir auf dem CP waren brannten jedem die Füße.
In Edinburg gibt es nach unseren Recherchen nur ein einziges McDonald in der Innenstadt und wir haben ihn gefunden.

 

11. Tag Dienstag, Edinburg – Rosslyn Chapel – Alnwick – Durham

Rosslyn Chapel (55.855757,-3.160897) war heute unser erstes Ziel. Bekannt aus vielen Filmen wie beispielsweise Iluminati. Im schon gewohnten Regen ging es einmal um die Kirche, denn der Eintritt war nicht verhältnismäßig.

Dann fuhren wir weiter Richtung Süden, über die Grenze zurück nach England und weiter bis Alnwick (55.413596,-1.69816). Dieses Ziel war Mal nicht spontan sondern geplant, da hier ein Drehort der Harry Potter Filme ist – Alnwick Castle. Es ist mit dem umgebenden Garten, nach Windsor Castle der zweitgrößte Adelssitz Englands und der Stammsitz der Familie Percy. Leider war an diesem Tag geschlossen, da am nächsten Tag die Königin erwartet wurde. Sehr schade für uns denn der Innenhof hätte uns wirklich sehr interessiert.

Die letzte Station an diesem Tag war die Universitätsstadt Durham (54.77383,-1.564087). Die Suche nach einem Nachtquartier war in dieser Stadt eine Katastrophe, wir haben dann aber doch etwas gefunden. Bitte meidet dieses Städtchen zum Übernachten.

 

12. Tag Mittwoch, Durham – Goathland – Low Dalby

Nach dem Frühstück ging es durch die Universitätsstadt. Durham an sich ist wunderschön anzusehen, die Gassen mit seinen Cafes laden zu einem gemütlichen Kaffee ein und ich kann die vielen Studenten verstehen die hier studieren.
Für uns war der Kreuzgang der Kathedrale besonders interessant, da auch dies ein Drehort der Harry Potter Filme ist. Auch hier war das Schloss geschlossen.

Beim nächsten Stopp wussten wir nicht so richtig ob es sich lohnen wird hin zu fahren. Doch Goathland (54.400785,-0.718381) überraschte uns sehr. Goathland ist ein Dorf mit 407 Einwohnern und einen Bahnhof der North Yorkshire Moors Railway – und genau darum ging es uns. Denn dieser Bahnhof ist in den Harry Potter Filmen der Bahnhof von Hogsmeade.
Als wir angekommen waren, fuhr aus dem Bahnhof gerade eine Dampflok und bei uns brach der Frust aus – das war es jetzt, nun können wir auch gleich weiterfahren. Aber wir waren schon einmal da und dann wir eben der Bahnhof angesehen. Die zwei Stunden auf dem Bahnhof waren unvergesslich. Fünf Dampflokomotiven gaben ich die Ehre. Nach zwei Stunden war der Spuk dann vorbei und wir fuhren bei bis Low Dalby.

Übernachtet haben wir in Low Dalby (54.257939,-0.699976) auf einen tollen und günstigen WoMo-STP übernachtet.

 

13. Tag Donnerstag, Low Dalby – Cambridge

Cambridge (52.205036,0.111365) war heute das erste Ziel. Die Universitätsstadt ist die Hauptstadt der Grafschaft Cambridgeshire und liegt am Fluss Cam. Die Stadt hat Flair und etwa 120.000 Einwohner, darunter etwa 22.500 Studenten. Man muss die Stadt einmal gesehen haben, aber noch einmal muss ich nicht dort hin. Übernachtet haben wir heute nahe Cambridge in Swaffham Bulback (52.240731,0.277619). Die Nacht war laut aber OK. Unsere Kinder haben sich zum ersten Mal alleine mit englischen Jungs unterhalten.

 

14. Tag Freitag, Dead

Nach dem Frühstück fuhren wir weiter Richtung Süden und über die Themse ging es mit Hilfe der beeindruckende Medway Bridge. Erster Stopp war heute Margate (51.392043,1.39241) – ein fürchterliches Städtchen – kann großräumig umfahren werden. Aber wir fanden immerhin ein paar einfache Geocaches.

Der nächste Stopp war Sandwich – schönes Städtchen zum Bummeln und Kaffeetrinken. Auch das Geocaching kam hier nicht zu kurz. Auf dem Parkplatz am Hafen hätten wir auch übernachten können (51.274971,1.343905).

Übernachtet haben wir in Deal auf dem Clifford Caravan Park (51.1988,1.386091) – absolut nicht zu empfehlen – Teuer, Schief und die Sanitäreinrichtung sind schlimm.

 

15. Tag Samstag, Baesweiler

Dover Castle wollten wir heute eigentlich besichtigten – vor allem wegen der unterirdischen Gänge – aber nicht zu diesem Eintrittpreisen – echt unverschämt. Dafür machten wir dann einen schönen ruhigen Strandspaziergang bei Dover und im Anschluss noch eine Stadtbesichtigung – noch schnell die Mitbringsel gekauft.

Überfahrt nach Frankreich und einkaufen beim Carfour in Calais.

Übernachtet haben wir am Landschaftspark in Baesweiler (50.908043,6.16649).

 

16. Tag Sonntag, Erlangen

Heimfahrt

 

Fazit:

Schottland hat viel zu bieten und man sollte sich auf jeden Fall einmal in den Norden der britischen Insel aufmachen. Wunderschöne Landschaftgen, interessante Städte und vieles mehr. Man kann auch frei stehen – außer wenn ausdrücklich verboten ist. Edinburg ist eine Stadt, die es zu besuchen lohnt. Was man auch nicht vergessen sollte, ist in einer Whiskey Destillerie das "Wasser des Lebens" zu kosten.
Die Schotten haben wir als freundlich und hilfsbereit erlebt.

Leider waren zwei Wochen viel zu kurz.

Schottland ist absolut eine Reise