Tour Süd-England vom 21.05. – 06.06.  Insgesamt gefahrene Strecke 2.979

Die Tour umrundet die südwestliche Halbinsel zwischen Dover und Dartmoor im Uhrzeigersinn.

 

 

England reizte uns als Reiseziel schon seit langem, aber da war unsere große Skepsis – Verkehr, Teuer, Wetter ... . Hinweise aus dem WoMo Führer, dem Marco Polo und Reiseberichten vieler WoMo-Fahrer deuteten ebenso darauf hin, das Südengland für WoMo’s insbesondere in der Hauptsaison ein nicht ganz einfaches Terrain ist – aber wir fahren ja zu Pfingsten.

Zu unserer großen Freude hat sich keines dieser Vorurteile bestätigt. Der Süden Englands ist eine faszinierende Gegend, die durch ihren Abwechslungsreichtum besticht. Zahlreiche Kathedralen und Herrenhäuser mit akribisch gepflegten Gärten lassen den Kultur-Freak voll auf die Kosten kommen. Die großartige Steilküste überzeugt mit ihren imposanten Klippen und tollen Stränden. Besonders die aussichtsreichen Wanderwege entlang der South West Coast haben es den Outdoor-Fans angetan.

Es ist laut den Reiseberichten und Beschreibungen in der Hauptsaison überall sehr voll und eng. Entsprechend schwer soll es sein einen geeigneten Parkplatz zu finden. Zu unserer Reisezeit – Pfingsten – war davon Gott sei Dank nichts zu bemerken. Sehr empfehlenswert ist es aber dennoch die meisten Attraktionen entweder früh morgens oder erst nach 17:00 Uhr anzufahren. In diesem Zusammenhang hat sich die Motorhome List als sehr hilfreich erwiesen. In ihr sind zahlreiche Parkplätze gelistet, die von WoMos angefahren werden können. Fast alle Parkplätze funktionieren nach dem park&display Prinzip, was sich auf die Dauer ganz schön zusammenläpperte.

Stellplätze im üblichen Sinne gibt es in Süd-England nicht. Zum Entsorgen muss man entweder ein öffentliches Toilettenhäuschen oder einen Campingplatz bemühen. Letztere sind relativ teuer (15-25£) und ebenfalls sehr voll. Zahlreiche Parkplätze sind mit einem ‚No Overnight Parking’ bzw. mit einem Höhenbalken versehen. Leider trifft dies auch auf viele der im WoMo Führer beschriebenen Übernachtungsplätze zu. Trotz dieser Schwierigkeiten ist es uns immer gelungen einen vernünftigen Übernachtungsplatz zu bekommen. Als Tipp wird immer wieder empfehlen, beim Wirt eines Pubs nachzufragen, ob man auf dessen Parkplatz übernachten darf, die Engländer sind sehr gastfreundlich.

Fazit: Der Süden Englands ist vor allem aufgrund seiner Vielfältigkeit, der netten gastfreundlichen Engländer und dem momentanen Preisniveau ein tolles Urlaubsziel. Nur sollte man es sich gut überlegen in der Hauptsaison mit einem größeren Wohnmobil auf die Reise zu gehen. Außerdem sollte man ziemlich wetterfest sein.

 

Abfahrt am 21. Mai

 

 

 

  

STP Villmar

 

1. Tag Freitag: Erlangen / Villmar

Wir fuhren noch am Freitagnachmittag los um den großen Samstagstaus zu entgehen, aber auch um die Fahrstrecke von immerhin 900 km bis Calais etwas zu verteilen. So schafften wir es mit der ersten Fahretappe immerhin noch bis Villmar. Dieses Städtchen ist ganz nett, was man von dem dortigen Stellplatz (STP) nicht sagen kann – zum Übernachten aber OK.

 

2. Tag Samstag: Villmar / Calais

Heute sind wir zeitig aus den Betten gewesen um uns einen Zwischenstopp in Brüssel zu ermöglichen. Die Parkplatz suche am ehemaligen Gelände der Weltausstellung war kein Problem. Das größere Problem war es, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zu kommen. Denn nach der äußerlichen Besichtigung des Atomiums wollten wir mit der U-Bahn in die Stadt. Nach dem wir den Fahrscheinautomaten bezwungen (Er wollte nur Kleingeld, dass wir uns noch besorgen mussten) hatten war das dann aber kein Problem mehr.

Nach einer ausgiebigen Besichtigungstour durch die Stadt waren wir gegen 15:00 Uhr wieder am WoMo und fuhren weiter nach Calais.

In Calais war es kalt und sehr neblig, so dass die Fähren die ganze Nacht ihre Nebelhörner benutzten.

Brüssel

 

STP Calais, imHintergrund die Fähren

 

 

3. Tag Sonntag: Calais / Seaport

Nach dem der Carrefour gestern Abend bereits geschlossen hatte, wollten wir das am nächsten Morgen vor der Überfahrt noch nachholen. Somit ein straffes Morgenprogramm: Aufstehen 7:00 Uhr, Frühstück, Einkaufen im Carrefour und ab zum Fährterminal. Passkontrolle und Check-In sind ohne Probleme verlaufen. Wir beobachteten etwas das Treiben im Hafen und das Entladen unseres Schiffes, so verging die Wartezeit wie im Flug.

Dass fahren auf die Seafrance Fähre – von mir mit großer Spannung erwartete –erwies sich als äußerst einfach und unkompliziert. Warum ich mir vor dieser Auffahrt auf die Fähre solche Gedanken machte, ist mir im nach hinein ein Rätsel. Die Überfahrt erfolgte bei ruhiger See strahlendem Sonnenschein und mäßigem Wind.

 

Gleich verschluckt uns das große Loch

 

Weiße Klippen von Dover

 

Nach 75 Minuten Fährfahrt erreichten wir Dover. Ab jetzt ist Linksverkehr angesagt – aber nach der dritten Kreuzungen war das  absolut kein Problem mehr.

Die erste Station sollte nach unserer Tourenplanung London sein. Doch da uns bei der Ankunft in England die Zufahrtsgenehmigung für die Londoner Low-Emission-Zone nicht vorgelegen hat, führen wir entgegen unserem Plan Richtung Westen entlang der Küste. Der erste Halt sollte Kingley sein, doch wir fanden keinen Parkplatz.

 

 

 

Strand von Seafort on Sea

So trieb es uns weiter bis nach Seafort on Sea. Ein wunderschöner Badeort, an dem es auch einen Wohnmobilstellplatz geben soll. Doch dieser ist mittlerweile nicht mehr existent. Nach zwei Gesprächen mit englischen WoMo Fahrern entschlossen wir uns in Seafort on Sea auf dem CP zu übernachten.


 

 

 

 

 

 

 

Gleich verschluckt uns das große Loch

Diese Übernachtung kostete uns 15 Pfund. Mit einem ganz tollen Blick auf alte vergammelte Segelboote. Der CP – na ja – unterirdisch, die Duschen und Toiletten sind nur eine alte Bretterbude. Zum Abendessen gab es Vollkorn-Nudeln – hat der Jonas noch in Frankreich gekauft – mit Hackfleischsoße. Danach unternahmen wir noch einen Strandspaziergang.

 

4. Tag Montag: Brighton / Arundel / Emsworth

Die Nacht war ruhig und um 8:00 Uhr sind wir aufgestanden. Nach dem Frühstück noch einmal zum Meer, danach VE und dann ab nach Brighton. Das Navi führte uns zielsicher zum Madeira Drive direkt am Meer (N 50,81802° / W 0,12689°), unterhalb der Uferpromenade. Wir fanden auch direkt eine Parkbucht, die groß genug für unser WoMo war. Hier kann man auch kostenlos übernachten. Wir lösten ein Parkticket (1£/Stunde) und brachen zu einem Stadtrundgang auf.

 

Pier

 

Royal Pavillion

 

Das erste Ziel war natürlich der Pier, der mit seinen Spielautomaten die Kinder faszinierte. Die Kinder haben dort fast 1 Pfund in ein und zwei Penny Münzen gefunden, das war wohl der größte Spaß. Ein kurzer Spaziergang führte uns zu den Überresten des West Pier, der bei einem Brand zerstört worden ist.

 

Madeira Drive

 

Burg Arundel

 

Die verwinkelten Gassen des ehemaligen Fischerviertels, The Lanes, warteten mit zahlreichen kleinen Läden auf. Das Angebot war allerdings nicht besonders. Der Höhepunkt der geschmacklosen Entgleisung war der Royal Pavillon, der dem Palast eines indischen Maharadschas nachempfunden ist. Angesichts der 22£ Eintritt verzichteten wir dankend auf einen Besuch. Stattdessen genossen wir ein kleines Mittagessen im Churchill-Einkaufszentrum. Danach schauten wir noch einmal zur Pier, weil die Kinder unbedingt noch einmal Münzen sammeln wollten. Anschließend machten wir uns auf den Rückweg zum WoMo.

Danach ging's auf die Piste in Richtung Westen bis Arundel. Wir nutzten die Gelegenheit und konnten einen Blick auf die fantastischem Burg bzw. Schloss werfen. Leider war bei unserer Ankunft das Schloss bereits geschlossen und so beschlossen wir die Stadt zu Fuß zu erkunden – Sehenswert ist das Städtchen auf jeden Fall.

Die Suche nach einem Übernachtungsplatz war an diesem Abend ausnahmsweise etwas schwierig. Nach vielen Kilometern und Versuchen – unter anderem in Arundel und Bosham – landeten wir schließlich auf einem ruhigen Parkplatz in Emsworth.

Der übliche Abendspaziergang nach dem Essen führte uns in die tolle kleine Altstadt. Leider bemerkten wir erst Zuhause auf Google-Maps, das dieses schöne Städtchen einen Hafen hat, denn den hätten wir uns auch noch gerne angesehen.

 

5. Tag Dienstag: Emsworth / Portsmouth / Salisbury

Um 8:00 Uhr aufgestanden. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Portsmouth um uns die Historic Dockyards anzuschauen. Das Navi lotste uns problemlos in die Innenstadt, doch die im WoMo Führer beschriebenen Parkplätze hatten alle einen Höhenbalken oder waren Parkhäuser! Wir kreiselten einige Zeit umher und waren schon kurz vor dem Aufgeben, als wir am St Georgs Square (N 50,79606° / W 1,10327°) einen geeigneten Platz fanden. Ein kurzer Fußmarsch führte uns zum Hafen.

 

HMS Warrior und da Wahrzeichen von Portsmouth

 

 

 

HMS Victory

 

Höhepunkt der gesamten Ausstellung war natürlich die HMS Victory, das Schiff von Vize-Admiral Lord Nelson bei der Schlacht von Trafalgar 1805. Wir konnten das gesamte Schiff mit den verschiedenen Kanonendecks, die Laderäume und Magazine, sowie die Offiziers- und Versorgungsräume bestaunen. Für die Kinder ein echtes Highlight der Tour.

Besonderes Augenmerk galt den Stellen, an denen Nelson verwundet wurde und später starb. Gut war, dass überall fotografieren erlaubt war. Im Museum der HMS Victory wurde die Strategie von Nelson in der Schlacht von Trafalgar erläutert. Man spürte überall, wie bedeutend für den Nationalstolz der Briten dieser strategisch wichtige Sieg über Napoleon war.

Im Anschluss machten wir eine einstündige Hafenrundfahrt, die auch durch den Marinehafen führte, wo einige Kriegsschiffe vor Anker lagen. Anschließend schauten wir uns die HMS Warrior an, ein Kriegsschiff das um 1860 herum im Einsatz war. Es hatte als erstes Schiff eine Panzerung und zusätzlich zu den Segeln einen dampfgetriebenen Motor. Dadurch war es den Schiffen der damaligen Zeit überlegen. Im Inneren konnte man sich ein gutes Bild vom Leben auf dem Kanonendeck eines Kriegsschiffs machen. Darüber hinaus beeindruckten natürlich die Offizierskabinen und die verschiedenen Magazine.

Den Kindern hat am besten die Action-Halle gefallen, mit Flugsimulator und technischen Versuchaufbauten. Insgesamt hätte man auf dem Gelände locker einen kompletten Tag verbringen können. Fazit: Trotz des relativ saftigen Eintrittspreises ein absolut lohnendes Museum. Selbst redend haben wir hier auch Andenken gekauft, so hat sich Elmar einen faltbaren Eimer aus dem Segelbedarf gekauft.

Abends fuhren noch bis Salisbury. Die Hauptattraktion der Stadt war die Kathedrale, die allerhand Superlativen aufzuweisen hat: höchster Kirchturm, größter Kreuzgang und ältestes vollständig erhaltenes Chorgestühl. Die bemerkenswerte Kathedrale beherbergt eine der vier erhaltenen „Magna Carta“ und den höchsten Kirchturm Englands – 6.500 Tonnen schwer. Leider war diese bereits geschlossen. Auch die schönen, alten Häuser waren den Stop wert. Da der Parkplatz unweit der Innenstadt lag, beschlossen wir hier zu übernachten. Nachts konnte man dort kostenlos stehen.


 

 

 

 

 

Kathedrale Salisbury

 

6. Tag Mittwoch: Salisbury / Stonehenge / Canford Cliffs (Swanage) / Old Harry Rocks / Durtle Door (Lulworth)

Wir sind ohne Wecker um 9:00 Uhr aufgewacht. Von Salisbury aus war es nur noch ein kleines Stück zum absoluten Muss jeder Englandfahrt, dem Steinkreis von Stonehenge. Von weitem sahen wir bereits den riesigen Parkplatz und es wimmelte von Menschen. Da uns die 17 Pfund für eine Familienkarte zu viel waren, haben wir die paar Steine nur von der Absperrung aus betrachtet.

 

Stonehenge

 

Canford Cliffs (Swanage)

 

Auf der Weiterfahrt zu den Old Harry Rocks, entschlossen wir uns kurzfristig den Hafen von Poole nicht zu umfahren sondern bei Canford Cliffs die Fähre zu nutzen. Im nach hinein eine tolle Entscheidung, denn die Landschaft und die kleine Fähre waren diese Strecke wert. In Canford Cliffs direkt nach der Fähre machten wir einen wunderschönen Strandspaziergang und anschließend Brotzeit auf dem angrenzenden Wanderparkplatz.

 

Old Harry Rocks

 

Durtle Door

 

Danach war unser Ziel der Old Harry Rocks bei Swanage. Die Straßen waren gut ausgebaut, so dass die paar Kilometer kein Problem darstellten – bis auf die Tatsache, dass wir uns verfahren haben. Wir parkten auf dem großen Parkplatz am Main Beach. Nach gut 20 Gehminuten hatten wir die ansehnlichen weißen Klippen erreicht. Von oben hatte man einen schönen Ausblick auf die Bucht von Pool Harbour mit der Fähre die wir noch vor gut zwei Stunden benutzten und auf den Ort Bournmouth.
Nach dem Rückmarsch zum WoMo fuhren wir noch weiter zur Lulworth Cove, wo es laut WoMo Führer einen Stellplatz direkt beim Durtle Door gibt.
Wir folgten wir den Hinweis aus den vorher gelesenen Reiseberichten und so wussten wir auch, dass wir durch den Campingplatz Durdle Door Holiday Park fahren mussten um zu STP zu gelangen. Wir entschlossen uns aber bei der Ankunft uns doch auf den CP zu stellen, weil dieser billiger war als der STP.
Nach dem Duschen und dem Abendessen begaben wir uns auf den kurzen Fußweg zu den Klippen. Diese und die Bucht präsentierten sich im schönsten Licht und auch das imposanten Durtle Door wollten auf einem Foto festgehalten werden. Das Wasser schimmerte türkisblau und in der Mitte der Bucht posierten einige pittoreske Felsen.

 

7. Tag Donnerstag: Jurassic Coast (Lyme Regis) / Exeter

Das erste Ziel des heutigen Tages war die Juressic Coast bei Lyme Regis. Wieder einmal den Reiseberichten folgend nutzen wir den direkt am Ortseingang liegenden Parkplatz um zu parken – im nach hinein die richtige Entscheidung.
Wir machten sogleich einen Abstecher zum nahegelegenen Strand. Überall liefen Menschen in gebückter Haltung auf den grauen Steinen herum. Dieses auf den ersten Blick etwas verwunderliche Treiben hatte seinen Grund darin, dass wir mitten im Fossiliengebiet der Jurassic Coast waren. Nach einer Weile erreichten wir eine graue Lehmschicht (engl. clay), in der einige Leute nach Fossilien suchten. Da das Gestein recht weich war, konnte man es ohne Hammer abtragen. Bald entdeckten auch die Kinder kleine Versteinerungen und packten voller Stolz ihre Funde für die heimische Vitrine ein. Unterwegs trafen wir Alan – einen englischen Urlauber, der den Kindern und uns die Küste, das warum und wiese sowie das Aufarbeiten von Fossilien super erklärt hat. Er berichtete auch über den letzten Absturz der Klippe. Der Weg führte eindrucksvoll unterhalb der steilen Klippen des Caps vorbei. Bald änderte sich der Untergrund zu großen Kieselsteinen, über die wir klappernd hinweg marschierten. Nach gut 1,5 Stunden waren wir zurück im Ort.
Jetzt folgte noch eine kleine Runde durch den Ort und über die wirklich schöne Strandpromenade. Hier haben wir auch zum Ersten und letzten Mal Fish&Chips gegessen.

 

Juressic Coast bei Lyme Regis

  

  

 

Kathedrale von Exeter

 

Von Lyme Regiss aus fuhren wir direkt nach Exeter, wo uns schon vor den Stadtgrenzen ein Stau empfing. Der elendige Stau ging quer durch die Stadt bis kurz vor unseren Parkplatz – hier haben wir auch übernachtet. Zu Fuß ging es dann in die Altstadt. Das Beste war die Kathedrale St. Peter, welche wir ohne Eintrittsgeld besuchen konnten weil gerade Gottesdienst war. Ganz wunderbare Choralgesänge tauchten das gesamte Bauwerk in eine klasse sakrale Stimmung. In Summe ist die frühere Hauptstadt von Cornwall einen Besuch wert.

 

8. Tag Freitag: Dartmoore / Princetown / Tavistock

Der Übernachtungsplatz war eine gute Wahl, denn wir schliefen tief und fest. Auf dem Programm stand heute eine Wanderung durch das berühmte Dartmoor. 8:00 Uhr aufgestanden, Frühstück und ab ins Dartmoore– eines der Highlights für mich auf dieser Tour – und ich wurde nicht enttäuscht. Ein wahres Erlebnis dieses Naturschutzgebiet. Über die B3212 ging es von Exeter aus, über Morthenhamstadt, zu den Haytor Rocks – diese nackten Granithügel sind das Wahrzeichen des Dartmoor. Die Aussichten im Dartmoor waren super und das Aufkreuzen eines ein Langschwert schwingenden Highlanders hätte prima in die Kulisse gepasst. Ebenso die alten Steinbrücken und die überall herumlungernden Schafe hinterließen einen tollen Eindruck.
Wir stellten das WoMo auf dem (kostenlosen!) Parkplatz des Visitor Centers unterhalb der Haytor Rocks ab und holten sogleich die Wandersachen heraus. Bei extremen Winden wagten wir den Aufstieg zu den Haytor Rocks, von wo aus sich eine sehr schöne Rundsicht bot. Natürlich waren auch die wilden Pferde zur Stelle. Nachdem wir das Panorama ausgiebig genossen hatten, wanderten wir zurück zum WoMo. Dort nahmen wir es erst einmal eine Stärkung zu uns.

 

Haytor Rocks

 

Postbridge Clapper Bridge

 

Nach der Mittagspause ging es zurück nach Morthenhamstedt und weiter über die B3212 nach Postbritge. Nach einer Weile veränderte sich die Landschaft schlagartig, die lästigen Hecken verschwanden und eine Heidelandschaft kam zum Vorschein. In dem kleinen Örtchen Postbridge steht die mittelalterliche Clapper Bridge. Eine Clapper bridge ist ein alter Typ der Steinplattenbrücke, der durch große flache Natursteinplatten gekennzeichnet ist, und dessen Stabilität allein im Gewicht der aufeinander ruhenden Steine begründet ist. Dieser Brückentyp ist fast ausschließlich in England und Wales verbreitet.
Wir überlegten ob wir auf dem Parkplatz des Info-Centres übernachten sollten, aber irgendwie sagte uns der Platz nicht richtig zu. So trug uns unser WoMo weiter nach Princetown. Hier wollten wir eigentlich Übernachten, aber der CP war sehr schlecht und so besichtigten wir nur die Ausstellung im Visitor Center, tranken einen Tee im Lords Coffee – unser erster englischer Tee und aßen Sandwitches dazu.
Unseren Übernachtungsplatz fanden wir etwas weiter östlich in Peter Tavi nahe Levistock – ab heute ist Bank Holiday. Als wir auf dem CP ankamen, waren wir neben weitern vier Zelten die einzigen Besucher des CPs. Bis zum späten Abend war die komplette Wiese mit Zelten überflutet und wir standen alleine mit dem WoMo unter ‚hunderten’ zeltenden Engländern.

 

9. Tag Samstag: Bath / Avebury

Um 9:30 aufgewacht – die ganze Nacht hat es in strömen geregnet. Die Zelter um unser WoMo herum waren alle patsch nass aber guter Laune – was mich ehrlich gesagt total verwundert hat. Unser Ziel war für heute die berühmte Römerstadt Bath. Die Suche nach einem Parkplatz war eine Katastrophe und wir wollten bereits aufgeben, als sich doch noch eine Parkmöglichkeit in einer Sackgasse fanden. Nach dem wir in die Altstadt aufgebrochen sind, verschlechterte sich das eh schon miese Wetter rapide weiter.


 

 

Royal Crescent

Zu Fuß waren es nur wenige Schritte ins Zentrum. Unser Ziel waren die Roman Baths (family ticket 30£, nein danke!). Die antike Anlage war einst der Göttin Sulis Minerva geweihter Tempel und eine weitläufige Badeanstalt, die von einer heiligen heißen Quelle gespeist wird. Sie war für die damalige Zeit weit über die Grenzen Britanniens hinaus für ihre wohltuende und heilende Wirkung berühmt. Zahlreiche Teile sind noch im Original erhalten. So ist das große Becken immer noch dicht und die Wasserzirkulation funktioniert genauso wie vor 2000 Jahren. Da uns zum Einen der Eintrittspreis zu hoch war und zum Anderen sich die Schlange an der Kasse über den gesamten Vorplatz erstrecke, nahmen wir von einer Besichtigung abstand. Dafür hat es zu regnen begonnen und der hielt sich die ganze restliche Stadtbesichtigung.

Der weitere Stadtrundgang führte uns zur Abbey, auch hier ist Eintritt fällig. Sehenswerter war da schon der berühmte Reihenhausbogen Royal Crescent. Fazit: Der Ort fällt eher in die Kategorie Touri-Nepp. Hier muss man aus unserer Sicht nicht gewesen sein.


 

 

Steinkreise von Avebury

Zum Übernachten hatten wir uns das Örtchen Avebury ausgesucht. Die Fahrt führte uns durch das besonders erwähnenswerte Städtchen Malborough mit seiner schmucken High Street. Leider war es schon relativ spät und wir mussten weiter. Der Besucherparkplatz in Avebury war bei unserer Ankunft nur noch 15 Minuten geöffnet, so fuhren wir dem Hinweisschild folgend direkt in den Ort. Der dortige Parkplatz war zwar leer, aber Übernachten konnten wir hier nicht. So fuhren wir nach einer ausgiebigen Besichtigungsrunde der Steinkreise von Avebury weiter zum Besucherparkplatz am Silbury Hill. Silbury Hill ist mit 30 m Höhe, 160 m Durchmesser und einem Alter von rund 4600–4700 Jahren der größte prähistorische künstliche Hügel in Europa und einer der größten der Welt.
Die UNESCO erklärte Stonehenge, Avebury and Associated Sites, zu denen Silbury Hill gehört, im Jahr 1986 zum Weltkulturerbe.
Das Übernachten auf dem Parkplatz war zwar möglich, aber durch die direkt vorbeiführende Straße auch unheimlich laut. Abends lief auch der Eurovision Songcontest der nicht verpasst werden durfte.

 

10. Tag Sonntag: Oxford / Windsor

 

Altstadt Oxford

 

 

 

 

Dining Hall des Christ Church

 

Vom Parkplatz am Silbury Hill fuhren wir nach Oxford. Vor der Besichtigung des Stadt-Highlights Christ Church College, machten wir uns zu einem Rundgang durch die kleine Altstadt auf. Gelblicher Sandstein dominierte das Stadtbild. Überall wimmelte es von Colleges, mit liebevoll gestalteten Innenhöfen. Irgendwo in der Stadt stillten wir den Hunger mit leckeren Sandwiches, danach ging es zum Harry Potter Drehort – dem Christ Church College.
Das im 16. Jahrhundert gegründete College, ein ehemaliges Kloster, war auch Drehort der ersten beiden Harry Potter Filme. Die große steinerne Stiege hinauf zur Dinning Hall erkannten die Kinder sofort wieder. Der ehrwürdige Speisesaal hat auch zahlreiche Verbindungen zum Buch ‚Alice im Wunderland’, dessen Autor Lewis Carroll Student in Christ Church war. Besonders sehenswert ist auch die kleine Kathedrale. Die Nacht verbrachten wir auf einem schnuckeligen CP an der M4. Die Lautstärke der Autobahn wurde durch das Betreuer-Ehepaar mehr als Wett gemacht. Die Zwei halfen uns mit all ihren Mitteln um einen STP bei London mit Bahnanschluss zu finden.

 Windsor Castle

Früh ging es nach Windsor Castle. Im Ort Windsor fanden wir schnell eine geeignete Parkmöglichkeit und sind dann bei herrlich blauen Himmel zum Castle gelaufen. Windsor Castle bietet einen imponierenden Anblick und ist das größte private und älteste durchgängig bewohnte Schloss der Welt. Neben dem Buckingham Palace in London und dem Holyrood Palace in Edinburgh ist es eine der Hauptresidenzen der britischen Monarchen. Das Schloss war einfach toll. Ich habe schon eine Menge gesehen, aber die Engländer haben hiermit bisher alles Gesehene übertroffen. Als wir mit den Pracht und Prunkräumen fertig waren, ging es durch die Stadt Windsor und den direkt neben dem Schloss liegenden Bahnhof. Hier besichtigten wir noch die Lokomotive ‚The Queen’ des Sonderzugs, mit dem Queen Victoria zu reisen pflegte. Leider konnten wir aus zeitlichen Gründen, das nur durch die Themse von Windsor getrennte Eton nicht mehr besichtigen und fuhren direkt nach Watson on Themse zum nächsten Übernachtungsplatz. Hier hatten wir für vier Nächte einen Stellplatz gebucht, denn nun ist London angesagt.

 

11. Tag Montag: London


 

 

 

 

 

 

House of Parlament und Big Ben

Nach einem zeitigen Frühstück packen wir in aller Ruhe unsere Sachen zusammen und liefen vom STP zum Bahnhof – das sollte rund 20 Minuten dauern. Einer von uns (Elmar) hatte die Idee nicht auf dem Fahrweg zu laufen, wie von den STP Betreibern empfohlen, sondern einen Fußweg durch die Felder. Nach einigen Irrungen und Nachfragen kamen wir dann doch noch zur Bahn – allerdings eine Station weiter als geplant. Wir kauften uns am Automaten Fahrkarten und düsten mit dem nächsten Zug in die Innenstadt von London. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es den ganzen Tag regnete, mal stärker mal schwächer.
Besichtigt haben wir am ersten Tag in London House of Parlament und Big Ben (beides von außen), die Westminster Abbey, St. James Park, Buckingham Palace, Green Park, Piccadilly Circus, Leicester Square und Covent Garden.

 

12. Tag Dienstag: London

Heute ist unser zweiter Tag in London. Nach dem Frühstück fahren wir nach dem gleichen Prinzip wie am Vortag in die City, allerdings ohne Umweg zum Bahnhof. Als erstes steht heute Madame Tussaud auf dem Programm. Wirklich toll, aber viel zu viele Menschen innerhalb der Ausstellung.

Anschließend fuhren wir mit der Underground und der Docklands Light Railway nach Greenwich. Die führerlose Fahrt führt zunächst durch öde Hinterhöfe des East End, die noch einen Eindruck vermitteln, wie das alte Hafengebiet einmal ausgesehen haben muss. Doch bald eröffnen sich von den meist erhöhten Viadukten tolle Ausblicke auf die mächtigen Bürokomplexe, darunter der Canary Wharf Tower, das höchste Gebäude Großbritanniens. Besonders eindrucksvoll sind auch die futuristisch gestalteten U-Bahn Stationen.

In Greenwich stand ein kurzer Marsch durch die Marine Akademie und die Besichtigung des Royal Observatoriums auf dem Programm.

 

Madame Tussaud

  

 

 

 

Greenwich – Royal Observatory

 

 

Die Besichtigung des Towers of London stand dann auf der Liste, jedoch ist mit 46£ der Eintritt etwas happig und wir verzichteten großzügig darauf. Die Tower Bridge war im Anschluss ein dankbares Motiv für zahlreiche Fotos. Wir spazieren auf der gegenüberliegenden Seite der Themse bis zu einer Bushaltestelle und führen mit dem Bus bis zur Millennium Bridge.


 

 

Millennium Bridge

Den Tagesabschluss bildete heute Harrod's. Hier herrscht Luxus pur. Wir schlenderten durch viele Abteilungen und schauten uns die edlen Auslagen in den oberen Stockwerken an.

 

13. Tag Mittwoch: London

Der Tag beginnt mit einer Fahrt im London Eye. Die riesige Schlange am Ticketschalter sollte uns nicht abschrecken, schon gar nicht wenn zwei Kinder dabei sind (Erw. 15,50£ / Kinder 7,75£). Von oben hatte man eine fantastische Aussicht auf die Westminster und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Etwas weiter entfernt beeindruckt die Skyline von Bank sowie die mächtige Kuppel von St. Paul's. Die Fahrt dauerte nur 30 Minuten.

 

London Eye

 

  

 

 

Piccadilly Circus

 

Bei einem Besuch in London darf natürlich eine Fahrt mit den roten Doppelstockbussen durch die City nicht fehlen – wohl gemerkt mit einem der Alten. Mit dem Bus 9 (auch die Linie 15 fährt noch mit alten Doppelstock Bussen) fahren wir in Richtung Trafalgar Square und weiter bis zur Endhaltestelle. Die St. Paul's Kathedrale lädt hier zu einem kurzen Fotostopp ein.

 

Trafalgar Square

 

 

 

Covent Garden

 

Covent Garden, wo wir den Zauberern und Gauklern zuschauen, bildet heute den Tagesabschluss der Touristenpunkte. Danach schlenderten wir durch das bunt schillernde China Town und finden ein irisches Steakhouse für unser Abschlussessen.

 

14. Tag Donnerstag: Canterbury / Dover / Calais / Niewport

Zeitig früh berechen wir von Watson on Themse auf um über Canterbury bis Dover zu fahren.


 

 

 

 

 

 

Kathedrale von Canterbury

Wir parken in Canterbury auf dem Busparkplatz, dessen hinterer Teil ein Wohnmobilstellplatz ist. Ein kurzer Fußweg führte uns in die hübsche Altstadt. Die Kathedrale kostete sehr hohen Eintritt (family ticket 19,50 £). Der riesige gotische Dom ist komplett von einer Mauer umgeben und deshalb auch von außen nur nicht einzusehen. Nach der ausgiebigen Besichtigung schlendern wir durch die Altstadt, kaufen uns noch ein Brot und Eis.

Dann ging es zeitig nach Dover und um wieder nach Calais überzusetzen. Wir waren etwas früher als nötig am Schalter und wurden gefragt ob wir gegen 25,-€ eine Fähre ehr fahren wollten – wir verneinten du stellten uns artig in die uns zugewiesene Reihe. Plötzlich kam ein aufgeregt winkender Beschäftigter der Seafrance auf uns zu und sage warum wir denn nicht auf die Fähre fahren würden. Wir erklärten ihm, dass wir erst die nächste Fähre gebucht haben. Doch oh staunen – er winkte uns dennoch auf die Fähre und so fuhren wir eine früher. Die Überfahrt war unspektakulär.

Wir verbrachten die meiste Zeit im Freien. Nach 75 Minuten legten wir in Calais an und fuhren zum nahegelegenen Carrefour. Die ersten Kilometer Rechtsverkehr waren gewöhnungsbedürftiger, als der vor zwei Wochen begonnene Linksverkehr. Besonders im Kreisverkehr kamen die Autos jetzt plötzlich von der ‚anderen’ Seite. Anschließend ging es nach Niewport zum Übernachten.

 

 

Dover

 

 

 

 

Calais

 

 

 

 

 

Übernachten in Niewport/Belgien

 

15. Tag Freitag: Niewport / Gau – Algesheim

Fahrt Autobahn und durch das Rhein-Tal bis Gau – Algesheim zum übernachten

 

16. Tag Samstag: Gau – Algesheim / Erlangen